Down on the Beach in Mozambique

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24 Apr – 16 May >> S. Africa (1,000km) & Mozambique (1,610km) >> 2,610km

To get to Mozambique from northern Botswana we had to travel down through Zimbabwe (more on that in our next blog post) and Jens was keen to see the Kruger National Park, so we spent another week in South Africa, as well. The northern area of Kruger wasn’t as animal generous as the parks in Botswana; in fact, it was a long weekend and we suspected the animals had packed their bags and left to celebrate themselves as well, as sightings were rare. The nicest part of the en route trip was probably our campsite at Zvakanaka and its outstanding hosts, Gail and Al.

Um von Botswana nach Mosambik zu gelangen, mussten wir zunächst kurz durch Zimbabwe fahren (mehr dazu in unserem nächsten Bericht) und dann wollte Jens noch gerne den Kruger Nationalpark zum ersten Mal besuchen, also verbrachten wir noch einmal eine Woche in Südafrika. Der nördliche Teil des Kruger NP war nicht so großzügig mit Tieren gefüllt wie die Parks in Botswana; vielmehr an diesem langen Wochenende hatte wir den Eindruck das auch die Tiere ihre Koffer gepackt hatten, um sich selbst mal eine Auszeit zu gönnen, denn wir trafen nur auf sehr wenig Großwild. Der netteste Teil dieser Verbindungsstrecke war wahrscheinlich der Campingplatz Zvakanaka mit ihren außergewöhnlich netten Gastgebern, Gail and Al.

 

Then it’s finally out of Safari khaki and into the colourful world of Mozambique. It lures us as a short holiday destination, with potential paragliding and diving in the clear turquoise waters of the Indian Ocean. In the end we don’t manage either due to the weather and a cold, but still, we thoroughly enjoy long walks on the soft, white, sandy beaches and sauntering up the coastline before trekking cross-country back to Zimbabwe.

Aber dann war es endlich Zeit, um raus aus dem Safari-Khaki zu kommen und in die farbenfrohe Welt Mosambiks zu tauchen. Das Land lockt uns wie ein Kurzurlaubsziel, in dem es Möglichkeiten geben soll Gleitschirm zu fliegen und im klaren, türkisen Wasser des indischen Ozeans zu tauchen. Schließlich schaffen wir beides nicht aufgrund des Wetters und einer Erkältung, aber trotz alledem genießen wir die langen Spaziergange an den weichen, weißen Sandstränden sehr und schlendern entlang der Küste bis wir schließlich wieder auf einer abgeschiedenen Piste quer durch das Inland zurück Richtung Zimbabwe fahren.

Knowing absolutely nothing about Mozambique’s history, we are shocked to read of some of the relatively recent events and, as ever, speechless at the international conquests and political interventions up to and including our own generation. Portugal occupied Mozambique from the 16th century but it never, ever showed any intention of wanting to govern or colonise in any positive way: furthering their own economic situation in Europe was their only incentive. There was no formal slavery, the ports were only the hubs for departures of slaves and ivory to the rest of the world, but land was divided into vast estates, “prazeros,” with the idea of controlling the land and stimulating agricultural production. In reality they operated as fiefdoms with armies of slaves bound to them. People, mineral and natural resources were exploited to the hilt.

No investments were made into education, or healthcare or housing, and probably not even any pretence to do so, and this continued until the 20th century. When the country finally became independent in 1975, the majority of Portuguese settlers and other ex-pats left immediately. Like defeated children rather than humane adults, some of their last acts were purely destructive, including, for example, pouring concrete down wells and sabotaging vehicles. The exodus created an immediate vacuum throwing Mozambique into chaos, with few skilled professionals and virtually no infrastructure remaining. The new ruling party, FRELIMO, dedicated itself to rebuilding the country on communist principals and though initially celebrated as a success in the West, 10 years later the country was again on its knees.

RENAMO, the Mozambique National Resistance movement was formed at the same time as independence and funded mainly by the white-minority-ruled countries of Rhodesia and South Africa, but also some Western partners. It comprised mercenaries, co-opted soldiers and disaffected Mozambicans. They were not protesting as a political opposition, nor in order to gain any direct power, their sole purpose was to destabilise and paralyse the country. Infrastructure was systematically attacked and destroyed, “Villagers were rounded up, anyone with skills was shot, and atrocities were committed on a massive and horrific scale” (Lonely Planet) and we are personally told of them coercing mothers into beating their own children to death! The civil war took the lives of an estimated 700,000 people and over a million became refugees.

These days Frelimo run the country on free market economy principals and Renamo has become a true political opposition, but there are still pockets of unease and fighting. For a short period, up until 2 months before we arrived, there were still some “better not go” areas for tourists and one section of highway driving was only possible in convoy with military escort. As this was ongoing during our trip planning, we had decided just for a brief visit to the south, though there seems to be political calm at the moment.

Da wir praktisch nichts über die Geschichte von Mosambik wussten, sind wir ziemlich geschockt über die relative kurz Zeit zurückliegenden Geschehnisse zu lesen und, wie so oft, sprachlos über die internationalen Eroberungen und politischen Einmischungen bis zu und auch noch während unserer Generation.

Portugal hatte Mosambik seit dem 16. Jahrhundert besetzt, aber hat niemals auch nur andeutungsweise die Absicht gezeigt das Land in irgendeiner Form positiv zu regieren oder zu kolonialisieren: sie hatten ausschließlich das Ziel die eigene wirtschaftliche Situation im eigenen Land in Europa zu verbessern. Das Volk wurde versklavt und die Natur- und Bodenschätze voll und ganz ausgebeutet. Die Häfen dienten als Umschlagplätze für die Ausfuhr von Sklaven und Elfenbein in alle Welt. Das Land wurde aufgeteilt in riesige Gutshöfe (prazeros) um so das Land unter Kontrolle zu bringen und in der Hoffnung, das sich eine produktive Landwirtschaft entwickelt. In Wirklichkeit waren sie Lehensgüter die sich Armeen von Sklaven hielten.

Es gab keine Investition in Bildung oder Gesundheitswesen oder Wohnungsbau – und es wurde noch nicht einmal so getan, als ob man dies vorhätte – und dies dauerte an bis in das 20. Jahrhundert. Als das Land 1975 endlich die Unabhängigkeit erreichte, verließ die Mehrheit der Portugiesen und sonstigen Europäer sofort das Land. Eher wie besiegte Kinder, als wie erwachsene Menschen, waren ihre letzten Handlungen in diesem Land von Zerstörung geprägt – so wurden zum Beispiel Abflusssysteme mit Zement gefüllt, Fahrzeuge sabotiert etc. Dieser Exodus hat sofort ein Vakuum gebildet und Mosambik versank im Chaos – mit nur sehr wenigen qualifizierten Arbeitern und praktisch keiner übriggebliebenen Infrastruktur. Die neue Regierungspartei, FRELIMO, hatte es sich zur Aufgabe gemacht das Land nach kommunistischen Prinzipien wieder aufzubauen und anfänglich wurden die ersten Entwicklung auch im Westen als erfolgreich gewürdigt. Aber nur 10 Jahre später war die Wirtschaft bereits wieder am Boden.

RENAMO, die Nationale Widerstandsbewegung, wurde ebenfalls zur Zeit der Unabhängigkeit gebildet und wurde hauptsächlich von Länder mit weißen Minderheitsregierungen, wie Rhodesien und Südafrika, finanziert, aber hat auch ein paar westliche Unterstützer. Sie protestierten nicht als politische Opposition und versuchten auch nicht direkte Macht im Land zu erlangen, sondern ihre ausschließliches Ziel war es das Land zu destabilisieren und lahm zu legen. Die Infrastruktur wurde systematisch angegriffen und zerstört. Dorfbewohner wurden zusammengetrieben, jeder mit irgendeiner Ausbildung oder Fähigkeit wurde erschossen und die fürchterlichsten Gräueltaten wurden in unglaublichen Ausmaßen im ganzen Land begangen und uns wurde persönlich davon erzählt wie Mütter dazu gezwungen wurden ihre eigenen Kinder zu erschlagen! Der Bürgerkrieg soll nach Schätzungen 700.000 Todesopfer gefordert haben und über 1 Millionen Menschen wurden zu Flüchtlingen.

Heutzutage führt FRELIMO das Land auf Basis der freien Marktwirtschaft und RENAMO hat sich zu einer wirklich politischen Opposition entwickelt, aber es gibt weiterhin lokale Regionen mit Unruhen und Kämpfen. Für eine kurze Zeit und bis etwa 2 Monate vor unserer Ankunft hier, gab es noch einige Regionen des Landes in denen man sich besser nicht als Tourist aufhalten sollte und ein Teil der Hauptstraßen im Norden des Landes durfte man nur im Konvoi und in Begleitung einer Militäreskorte befahren. Weil diese Situation noch aktuell war während unserer ursprünglichen Reiseplanung, hatten wir uns dazu entschieden das Land nur kurz zu besuchen und unseren Aufenthalt auf den sicheren Süden zu beschränken – obwohl der Norden scheinbar derzeit zu politischer Ruhe gefunden hat.

The countryside is still very poor and this is one of the first countries where begging starts to pull at your heartstrings. The immediate coastline may be lined with lodges and hotels, often owned by South Africans and other foreigners, but directly behind that it’s your clichéd picture of Africa. The ladies wear brightly coloured “sarongs” of a stiffer material to what you get in Asia, and they’re worn over skirts or trousers, serving as a protective apron. The patterns are sometimes such that you can have a whole ornament or flower or sunshine, very beautifully positioned at the back. They carry heavy loads on their heads, be it firewood or grain, no hands holding on. And we wonder why it’s only ever the women who do that? Buses are jam-packed and pick-ups carry more people than cattle, but there’s no chaos on the roads, nor are the buses gaudily decorated as in India or South America.

Die Landbevölkerung ist weiterhin sehr arm und dies ist eines der ersten Länder in dem uns das Betteln der Menschen wirklich sehr nahe geht. Direkt an der Küste stehen zwar viele Ferienanlagen und Hotels, die meistens von ihnen sind jedoch im Besitz von Südafrikanern oder Europäern. Direkt hinter diesen Anlagen finden wir aber das Klischeebild von Afrika. Die Frauen tragen „Sarongs“ in den knalligsten Farben, der Stoff ist etwas steifer als im asiatischen Raum, und sie werden über einem Rock oder einer Hose getragen – quasi als schützende Schürze. Oftmals sind sie bedruckt mit einem riesigen Ornament, oder einer Blüte oder einer Sonne mit Strahlen – schön platziert auf ihren Hintern. Sie balancieren wirklich schwere Dinge auf dem Kopf, z.B. viele dicke und lange Feuerholzstämme oder Getreidesäcke und oft ohne ihre Hände zur Hilfe zu nehmen. Und wir fragen uns, warum immer nur die Frauen dies tun? Die Busse sind vollgestopft mit Leuten und die Pick-ups befördern mehr Menschen als Vieh, aber es gibt kein Chaos auf den Straßen und die Busse sind auch nicht in irgendeiner Form dekoriert wie in Indien oder Südamerika.

 

On the whole, the people are generally friendly, and we don’t ever experience any cunning bribe tactics from the traffic police. Save the odd exceptions: like at the lesser-used entry border from Kruger, where we were stung on the exchange rate for our entry visas, captive to the whim of the rate-setting officer: I’ve seldom seen Jens so angry! Only after half an hour of discussions was the officer willing to write an official receipt for the amount we had paid. Or the time when we don’t understand the handsignals on the roadside: are they asking for a lift or being rude or aggressive? All of a sudden I am camera shy and taking photos feels intrusive, which seems to be the right instinct, as a lady very gruffly told me not to take any photos in the marketplace.

Im Großen und Ganzen sind die Menschen hier sehr freundlich und keiner der Polizisten hat irgendwelche raffinierten Vorgehensweisen versucht. Aber ein, zwei Ausnahmen gab es schon: An dem wenig benutzen Grenzübergang im Kruger Park wurde uns von dem Grenzbeamten ein derart übertriebener Wechselkurs für unsere Visakosten auferlegt, dass Jens fast ausgerastet ist. Erst nach einer halben Stunde Diskussion, war der Grenzbeamte zumindest bereit eine Quittung für seine Wucherrate auszustellen. Oder was bedeuten die Handzeichen, die uns am Straßenrand gegeben werden – wollen sie mitgenommen werden, oder sind es unhöfliche oder gar aggressive Zeichen? Und auf einmal werde ich schüchtern beim fotografieren und fühle mich dabei als würde ich den Leuten zu Nahe kommen – und damit scheine ich den richtigen Instinkt zu haben, denn auf einem Markt werde ich sehr grob von einer Dame ausgeschimpft, als ich ein paar Fotos von den Ständen machen möchte.

Don’t forget to click on the first picture to see them full screen!

There are visible signs of the destruction wreaked by the cyclone in February all along the coast: roofs have been lifted off, walls are only half standing and palm tree trunks are bent double, bare of all foliage. Only now in the low season are the repair works being carried out.

Überall endlang der Küste gibt es sehr sichtbare Zeichen der Zerstörung, die hier im Februar durch den Zyklon angerichtet wurde. Dächer wurden weggerissen, Wände stehen zum Teil nur noch zur Hälfte, die Palmen sind oft nur noch gebogene Stümpfe ohne jegliche Blätter oder Wedel. Erst jetzt in der Nebensaison fangen die Reparaturarbeiten langsam an.

Negatives aside, there are some highlights of course here too: we are treated to fresh fish and tasty seafood every day: delicious after months of meat monotony of the desert and and African bush. There’s even real, white baguette and good, freshly ground coffee. Our other fantastic stay this trip was at Villas do Indico. On arrival the man sitting at the other computer declared, “A bottle of wine on us this evening!” Would it be biased to say I liked him instantly?! It turns out Victor-Hugo, the Portuguese owner, always had a childhood dream of having a base in Mozambique; he’s participated in lots of 4×4 races, including the coveted, original, Paris-Dakar and he’s done a fair amount of travelling in Africa. With his wife Rita, they want to cover the East route, like us, from next year some time. Over dinner it was one of those occasions where there isn’t break in the conversation as everyone has so much to share.

Absehen von diesen wenigen negativen Erlebnissen, gibt es hier natürlich auch viele wirklich positive Dinge zu sehen und zu erleben. Jeden Tag werden wir mit frischen Fisch und Meeresfrüchten versorgt – wirklich super lecker, nach der Fleischmonotonie der letzten Monate der Wüsten und des afrikanischen Buschs. Hier gibt es sogar echtes, weißes Baguettebrot und guten, frisch gemahlenen Kaffee. Eine weitere super Campingmöglichkeit fanden wir bei Villas do Indico. Bei unserer Ankunft erklärte der Herr am Computer: „Eine Flasche Wein für Euch geht aufs Haus heute abend!“ Wäre es voreingenommen zu sagen – den Herrn mochte ich auf Anhieb?!

Später stellt sich heraus, dass Victor-Hugo, der portugiesische Besitzer der Anlage, schon als Kind den Traum hatte in Mosambik eine Basis zu haben; er hat an vielen 4×4 Rennen teilgenommen – unter anderem auch an der originalen Paris–Dakar Rallye – er ist bereits viele Teile Afrikas mit dem Wagen bereist. Mit seiner Frau Rita will er auch so wie wir die Ostroute Richtung Norden fahren – irgendwann im nächsten Jahr. Das Abendessen mit ihnen war eines dieser Zusammentreffen, bei dem es einfach keine Gesprächspausen gab, weil jeder von uns so viel mitzuteilen hatte.

The 10 hour, 1.5 day drive back to the very small border into Zimbabwe was a beautiful trip through the countryside, away from tourists and wealth, where we could see the simpler side of life. Friendly people waved a lot then returned to their business, while we meandered along the sandy, but green track. A beautiful end to a beautiful stay, that will linger long in our memories.

Die zehnstündige, 1 ½ tägige Fahrt zurück zu dem sehr kleinen Grenzübergang zu Zimbabwe war eine besonders schöne Tour, weg von den Touristen und des relativen Reichtums, wo wir die einfache Art des Lebens zu sehen bekamen. Viele freundliche Menschen winken uns zu bevor sie wieder zu Werke gehen und während wir uns entlang des sandigen, aber grünen Pfades schlängeln. Ein herrlicher Abschluss zu einem großartigen Aufenthalt, der lange in unseren Gedanken nachklingen wird.

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Taking a closer look at South Africa

South Africa >> 5 Jan – 9 Feb >> 4,400+ km
“Yes, but you have to prove that you will be leaving the country within the allotted time.” We’re at the airport in Cape Town, having flown in from our short pre-Christmas interlude in Europe, and the border guard repeats her sentence for a third time. And for the third time we repeat we don’t have any proof, we can only tell her of our plans. Going round in circles is pointless and she seeks support from her boss. We’re not too worried, but we are surprised. We hadn’t even considered rules or guidelines that, strictly speaking, you need to show your onward tickets to be allowed to enter the country; it hadn’t happened on the other occasions. So we have to sit it out. Fortunately for us, our pictures and stories and link to this blog are enough to persuade the immigration officials that we really would be leaving the country within the permitted 90 days. After almost an hour in the queue after leaving the plane to arriving to the desk, to another 45 minutes explaining our intentions to the official, her boss and her boss above, we were allowed back into South Africa, phew!

With Bruce now sporting tinted windows and looking very dashing indeed, we finally set off on our African adventure on 5 January 2017 and head for the southernmost point on the continent. We’re shocked by the information given by some well-journeyed, international travellers that at least 75% of our time will be spent on campgrounds: either the areas aren’t safe, or there is simply no access to the countryside, with hundreds of thousands of kilometres of land being fenced in! Whether this is to keep wild animals in or wild people out, we have no idea, but definitely in my next life I’d like to be manufacturer and merchant of wire fencing in South Africa: I’ll probably be as rich as Bill Gates. But for now, we wonder whether we’ll be able to spend nights under the sky, just us with Mother Nature.

 

Tiefere Einblicke – Südafrika

„Ja, aber Sie müssen belegen können, dass Sie das Land während des erlaubten Aufenthaltes wieder verlassen.“ Wir sind gerade am Flughafen in Kapstadt angekommen – nach unserem vorweihnachtlichen Kurzaufenthalt in Europa – und die Grenzbeamtin wiederholt die Satz gerade zum dritten Mal. Und zum dritten Mal antworteten wir, dass wir keine Belege haben – wir können ihr nur von unseren weiteren Reiseplänen erzählen. Wir hatten uns noch nicht einmal ansatzweise mit den Regeln einer Wiedereinreise beschäftig; normalerweise muss man ein Ausreiseflugticket vorzeigen, um in das Land einreisen zu können – bei der letzten Einreise hatte niemand danach gefragt. Also mussten wir die Situation geduldig aussitzen. Glücklicherweise reichen unsere Fotos, Geschichten und der Link zu diesem Blog aus, um die Grenzbeamtin davon zu überzeugen, dass wir wirklich das Land innerhalb der nächsten 90 Tage wieder verlassen werden. Nachdem wir zuerst über eine Stunde in der Schlange gestanden hatten, und dann weitere 45 Minuten lang damit verbrachten unsere Intentionen den Offiziellen zu erklären, ihrem direkten Vorgesetzten und Vorgesetzten dieser Person, wurden wir schließlich doch wieder ins Land gelassen. Puh!

Am 5 Januar starten wir nun endlich unser Afrika Abenteuer und Bruce hat jetzt dunkel getönte Scheiben und sieht damit noch verwegener aus als zuvor. Zunächst sind wir geschockt von den Informationen, die wir von anderen weitgereisten Overlandern erhalten – wir werden vermutlich mindestens 75% aller Übernachtungen hier auf Campingplätzen verbringen? Entweder sollen manche Gegenden nicht sicher sein zum Wild-Campen oder es gibt meist überhaupt keinen Zugang zur freien Natur; weil hunderttausende von Kilometern Land eingezäunt sind! Ob es nun dazu dienen soll wilde Tiere drinnen zu halten oder wilde Typen draußen – keine Ahnung, aber in meinem nächsten Leben werde ich auf jeden Fall Hersteller und Händler von Drahtzäunen in Südafrika: dann werde ich vermutlich so reich wie Bill Gates. Aber jetzt fragen wir uns erstmal, ob wir hier überhaupt wieder die Gelegenheit bekommen werden unsere Nächte alleine in der Natur und unter dem Sternenhimmel zu verbringen?

 

The Klein Karoo (not Kangaroo as I usually read it!) seems expansively monotonous at first. Yet on closer inspection it is full of colourful, endemic, and for us exotic plant life. It offers us a plethora of mountain passes, and we crisscross over tar, gravel and mud, admiring splendid views across the endless countryside. We bump over the Oxwagon Trail, instilling us with a sense of history of the colonising pioneers 150 years ago, as we trace the routes the farmers and post took to get from the coast to the main route traversing the country inland.

Later, driving through Baviaanskloof (Baboon Valley) from West to East was a recommendation that pleased us immensely and we spent a day driving alone through unspoiled nature, glimpsing our first oryx, kudu and buffaloes on the continent. The valley also lived up to its name, with plenty of baboons and other monkeys, who are all rather more shy than we expected. While we’re sure there are closer encounters ahead of us on our trip, we’re euphoric about everything: the plants, the animals and the offroading: brilliant!

 

Klein Karoo (nicht Kangaroo, wie ich es normalerweise lese) scheint zunächst ausgedehnt monoton zu sein. Allerdings bei genauerer Betrachtung zeigt sich eine Pflanzenwelt voller Farben, oft endemisch und für uns exotisch. Die Gegend bietet uns eine Fülle an Bergpässen und wir fahren über Asphalt, Geröll und Matsch und bewundern dabei die weiten Ausblicke über die endlose Landschaft. Wir stolpern unter anderem über die Ochswagen-Wege, die uns ein gewisses Verständnis für die Pioniere der Kolonialzeit vor etwa 150 Jahren einträufeln, während wir den alten Routen der Farmer und der Post folgen um von der Küste zu den Hauptinlandsstraßen zu gelangen und durchqueren dabei das nahe Bergland.

Später folgen wir einer Empfehlung, über die wir im Nachhinein wirklich sehr dankbar sind, und durchfahren das etwa 200km lange Baviaanskloof (Tal der Paviane) von Westen nach Osten. Wir fahren einen vollen Tag durch unberührte Natur, erhaschen unsere ersten Blicke auf Oryx, Kudu und Büffel auf diesem Kontinent. Und der Name dieses Tales ist durchaus zutreffend – wir sehen viele Paviane und andere Äffchen, die sich als wesentlich scheuer herausstellten, als wir es erwartet hatten. Während wir uns sicher sind, dass wir noch viel dichtere Begegnungen haben werden während unserer Reise, sind wir doch euphorisch über alles: die Pflanzen, die Tiere und das Offroad-Fahren – grandios!

 

The 12km long Paradise Ridge outside Wilderness on the Garden Route is a must, whether it’s for paragliding or for listening to Jacques, who can regale his listener for hours with many amusing tales, but particularly funny were his anecdotes about driving the Magic Bus from Amsterdam to Kathmandu in the early 1970s. Looking at Jacques now, outwardly, a strong bull of a man, hiding a gentle giant; wide, builders’ hands, longish grey hair, pulled back into a pony tail; long, thick, frizzy Santa Claus beard, though too grey and maybe even hinting at tobacco-stained to be the real thing; dark glasses, bare feet and a shortness of breath that can only come from such a lifestyle, you can immediately place him back in those fun, adventurous, hazy days.

Probably just on the other side of legal, but with never an ill intention, he bluffed his way over borders, travelled on a friend’s second British passport for a while, whose mother vouched for his identity when called by an ambassador, entered Turkey with 40 bottles of whisky in the hold using everyone else’s allowance, along with an impressive collection of Playboy magazines ready to hand out as presents to police at checkpoints and guards at border posts where necessary for the rest of the journey, which seem to have generally worked a treat.

His land also has a 4×4 trail on it with a hill trek known as “F-ugly” and I took my very first deep sand driving turns with Bruce! Exciting but also good preparation for our future adventures in Africa, thank you, Jacques!!

 

Paradise Ridge, die 12km lange Dünenklippe in der Nähe des Ortes Wilderness an der Gartenroute, ist Pflichtprogramm – egal ob zum Gleitschirmfliegen oder um Jacques zu besuchen, der einen mit seinen Geschichten für viele Stunde bestens unterhalten kann – besondere lustig waren seine Anekdoten aus den frühen 70er Jahren, als er den „Magic Bus“ viele Male von Amsterdam nach Kathmandu gefahren ist. Heutzutage ist Jacques ein starker Bulle von einem Mann, der in sich einen sanften Riesen verbirgt; breit gebaut; riesige Hände eines Arbeiters; graues Haar, das hinter dem Kopf zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden ist; einen langen, dicken, wuscheligen Weihnachtsmann-Bart – allerdings vielleicht dafür etwas zu grau und mit ersten Anzeichen von Tabakverfärbungen, um wirklich echt zu sein; dunkle Sonnenbrille; barfüßig und etwas kurzatmig – was wohl von dem Lebensstil herrührt, in dem man sich ihn sofort wieder vorstellen kann: spaßige, abenteuerliche und benebelte Zeiten.

Vermutlich leicht auf der anderen Seite der Legalität, aber ohne jegliche schlechte Absichten, schaffte er es auf ungewöhnliche Weise über Grenzen, die ihm sonst verwehrt worden wären: zum Beispiel nutzte er zeitweise den Zweitpass eines britischen Freundes, dessen Mutter sich für die Echtheit verbürgte, als sie von einem Botschafter zur Überprüfung angerufen wurde; er reiste in die Türkei ein mit 40 Flaschen Whiskey im Gepäck und nutzte dabei die pro Kopf Limits aller mitreisenden Gäste aus und zusätzlich eine beeindruckende Sammlung von Playboy-Magazinen – alles um gerüstet zu sein Polizisten an Straßenkontrollen und Beamte and den Grenzkontrollen bei gegebenem Anlass zu beschenken, in der Hoffung jegliche Verzögerungen oder Unannehmlichkeiten auszuschließen und dies gelang natürlich in der Regel.

Auf seinem ausgedehnten Grundstück in den Dünen gibt es zudem eine Offroad-Trainingsstrecke mit dem weit bekannten Steilanstieg namens „F-ugly“ und ich unternahm hier meine ersten Tiefsandfahrten mit Bruce! Spannend, aber auch eine gute Vorbereitung für unsere zukünftigen Abenteuer in Afrika, vielen Dank, Jacques!!

 

Hiking in the Drakensberge is not for the unsure-footed, faint-hearted or in the rain! The path up from Sentinel car park at Witsieshoek is narrow and rocky, but not too steep. On occasion you have to clamber over some boulders: if you lost your grip you’d slither a long way down to the valley floor! The white, wispy clouds swirl around us, not a speck of blue sky to be seen. We continue upwards, ignoring the viewpoints off-track: white walls of cloud aren’t worth the additional energy expenditure. The chain ladders assist on the last vertical, so everyday ramblers like us can make it to the summit without crampons or ropes. They’re only fixed at the top, so they creak and scrape along the rock face as your weight moves them. I recognise an exceptionally unusual inner fear slowly emanating from Jens, brought on by some worrying memory from his army days. Rung after rung, hand up, foot up, hand up, foot up, remember to breathe, we make it! Just cross the plateau to finally arrive at the Amphitheatre edge, to be rewarded with an endless view of …white, swirling cloud! Now it’s hovering below us, while above us, at long last, our bright blue sky. It’s from here the second highest waterfall in the world falls down several levels. About 1,000m down a green funnel, though we can only vaguely make out the outline of the first couple of steps. At least the return walk isn’t too short and after a picnic lunch we eventually gain commanding views of this lofty, majestic ridge, even grander than imagined and we have to take care not to fall over backwards, or forwards, in awe! With a second walk under our belts we can safely label the area and hiking as stupendous!

 

Das Wandern in den Drackensbergen ist nichts für Leute, die etwas unsicher auf den Beinen sind, oder zaghaft oder im Regen! Der Wanderweg hoch vom Sentinal-Parkplatz bei Witsieskoek ist schmal und zum Teil felsig, aber nicht zu steil. Von Zeit zu Zeit muss man über ein paar Felsen klettern: wenn man dabei seinen Halt verlieren würde, würde man tief hinab in die Talsohle poltern! Die feinen, weißen Wolken wirbeln um uns herum – kein Hauch von blauem Himmel zu erkennen. Wir gehen weiter bergauf und ignorieren die Aussichtpunkte abseits des Weges: die weißen Wolkenwände sind es nicht wert die zusätzliche Energie aufzubringen. Die Stahlkettenleiter hilft uns dabei die letzte Vertikale zu erklimmen, so dass Alltagswanderer wie wir es bis zum Hochplateau schafften – ohne Steigeisen oder Leinen. Die Leitern sind nur am oberen Ende befestigt und sie rutschen und kratzen an der Felswand beim hinaufsteigt und wenn sich unser Eigengewicht neu verteilt. Ich bemerke wie langsam eine außergewöhnlich seltene innere Angst von Jens ausströmt, die wohl von Sorgen bereitenden Erinnerungen seiner Bundeswehrzeit stammen. Stufe für Stufe, Hand hoch, Fuss hoch, Hand hoch, Fuss hoch, vergiß nicht zu atmen – und wir haben es geschafft! Wir müssen nur noch kurz ein Stück des Plateaus überqueren und stehen dann endlich an der steilen Kante des Amphitheaters und werden belohnt von einer endlosen Aussicht auf … weiße, wirbelnde Wolken! – Jetzt sind die Wolken allerdings unter uns und über uns zu guter Letzt erstrahlt zumindest der blaue Himmel. – Von hier stürzt der zweithöchste Wasserfall der Welt über mehrere Absätze etwa 1000m hinab in einen grünen Trichter, allerdings können wir nur kurz schemenhaft die ersten beiden Absätze erkennen.

Auf dem nicht zu kurzen Rückweg werden wir dann nach unserem Picnic doch noch mit fantastischen Ausblicken auf diese beeindruckende und majestätische Gebirgskante belohnt – noch ausgedehnter als in unseren Vorstellungen und wir müssen aufpassen nicht vorwärts oder rückwärts umzufallen vor lauter Ehrfurcht!

Nach zwei ausgiebigen Wanderung in dieser Umgebung, können wir diese Gegend getrost als wirklich umwerfend bezeichnen!

If we thought the Klein Karoo was sandy and rather arid, Richtersveld National Park really is as dry as bones, hinting at the desert in Namibia, just across the border and the Orange River. Here again, on second look, there is so much more plant life than initially appears. Between sand and rocks, cacti are in bloom as are little desert flowers where the water is seeping out of pipes. There are strange plants we’ve never seen before, such as the HalfMens trees, the quiver trees and Pearson’s Aloe. The colours of the rocks are a rainbow of reds, yellows, greens and lilacs with bands of dark minerals clearly visible.

Zunächst dachten wir Klein Karoo wäre bereits sandig und ziemlich trocken, aber Richtersveld National Park ist echt knochentrocken und gibt uns erste Hinweise für die noch bevorstehende Wüste in Namibia, nur einen Katzensprung von hier, auf der anderen Seite des Grenzflusses Orange. Und auch hier wieder, auf den zweiten Blick, gibt es so viel mehr Pflanzenleben als es zunächst erscheint. Zwischen Sand und Felsen blühen Kakteen und kleine Wüstenblümchen – wo Wasser aus Leitungen sickert. Es gibt eigenartige Pflanzen, die wir vorher noch nie zu Gesicht bekommen haben, z.B. den Halfmens Tree, den Köcherbaum und Pearson’s Aloe. Die Farben der Felsen sind ein Regenbogen aus Rot-, Gelb-, Grün- und Violetttönen und dunkle Streifen aus Mineralien sind deutlich erkennbar.

Earlier in the trip, the Wild Coast is the first time we start to feel like being in Africa. When you arrive at the seaside, looking remarkably like a Kent coastline, complete with chalk cliffs, only in green, it’s hard to believe that that a mere 100m inland Black Africa starts. Colourful, clay roundhouses (rondavel) are everywhere; there’s hardly a square, brick building in sight. The older ones with thatched roofs, newer with corrugated metal, all the better for collecting rainwater. The hills undulate gently and villages of perhaps 20 huts speckle a whole hill, or even two.  Here we feel none of the fear city inhabitants try to warn us of; we feel welcomed. Some look extremely perplexed to see us, it appears not too many tourists manage to totally lose their way, as we do in the myriad lanes, trying to reach project Bulungula Lodge. But frowns of confusion quickly turn to welcoming smiles and thumbs-up motions. This isolated backpackers sitting on virgin coastline is a showcase project of giving back to the community. In the Christmas edition focussing on “inspiration” of Cape Town’s The Big Issue, a magazine to support homeless and needy people, we also read an article by Gus Silber  with other examples of promising promoters.  If every wealthy resident of SA managed just one such empowerment project, the country could surely only be a better place?

We still, however, feel the racial segregation and see some of the 14 million hungry citizens we mentioned in our first blog post. At the crossroads in a small town, the adverts are for abortions for 150 ZAR (approx. 10 €) and there are more funeral parlours than corner shops: hardly a surprise in this country where the government ignored HIV & AIDS for years. President Mbeki for example, Mandela’s successor, held the view there was no link between HIV and AIDS and therefore blocked the provision of anti-retrovirals (appropriate drugs) in state hospitals, thereby contributing to over five million deaths from AIDS-related illnesses and leaving a million children orphaned.

Today, child mortality (under 5s) is more than 10 times higher than in Germany (40.5/1,000 as opposed to 3.2). “The image of Nelson Mandela walking out of prison after 27 years, in 1990, inspired us in South Africa and the world. We vowed to deliver a better life to our people. Twenty-two years later that image of hope is blurring and that noble legacy is in tatters because of the greed of a political class which mirrors its counterpart of the robber barons of our apartheid past,” wrote Jay Naidoo in the same Christmas Big Issue as Gus Silber, above. I found it interesting to note that the correct pronunciation of apartheid is apart-hate: This is not its meaning in Afrikaans, only the pronunciation, but have you every heard of anything more appropriate?

History, culture, society and their issues are never as clear-cut nor as black and white as I might make them seem, are they? We hear of the other side of the coin, too, of white friends being hounded out of their positions by political motivations and the need to fulfil quotas. It’s tough to be passed over for a job or promotion, knowing you have more experience and talent than the chosen candidate, just because you are White! What we can give you here are only the first impressions of fleeting tourists, but the moments we experience give us cause for discussion and reflection, not only for hours, but days and weeks.

Etwas früher auf unserer Tour haben wir beide an der „Wild Coast“ zum ersten Mal das Gefühl wirklich in Afrika angekommen zu sein. Als wir an der Küste ankommen, die der Südküste Englands überraschend ähnlich sieht – samt Kalklippen, allerdings nur in grün – kann man es kaum glauben, dass nur wenige hunderte Meter Inland das schwarze Afrika beginnt. Farbenfrohe Rundhäuser aus Lehm (Rondavel) stehen überall; es gibt fast keine rechteckigen Häuser aus Backstein. Die älteren von ihnen haben Reetdachbedeckung, die neueren haben Wellblechdächer, um die Regenwassergewinnung zu verbessern. Die Hügel verteilen sich in leichten Wellen über die gesamte Landschaft und die Dörfer bestehen vielleicht aus etwa 20 solcher Hütten die über 1-2 Hügel versprenkelt sind. Hier verspüren wir in keinster Weise die Angst, vor der uns die Einwohner der Städte gewarnt haben – wir fühlen uns willkommen. Einige der Leute sehen zunächst total überrascht aus uns hier zu sehen – es scheint so, als ob sich nicht viele Touristen in diese Gegend verirren – wie wir es getan haben in diesem ausgedehnten Wirrwarr von Feldwegen und in der Hoffnung das Projekt Bulungula Lodge an der Küste zu erreichen.

Aber die kurzzeitigen Fragezeichen in den Gesichtern der Bewohnern weichen schnell einem freundlichen Lächeln und „Daumen hoch“ Gesten. Die weit abgelegene Backpacker Lodge liegt direkt an der unberührten Küstelinie und ist ein Vorzeigeprojekt mit dem Ziel des „Zurückgebens an die Dorfgemeinschaft.“ In der Weihnachtsausgabe von Kapstadt’s „The Big Issue“ Magazins (eine Zeitschrift von und für die Unterstützung Obdachloser), in einem Artikel von Gus Silber unter der Premisse der „Inspiration“ beschrieben, werden einige weitere vielversprechende Projekte genannt. Wenn jeder wohlhabende Einwohner Südafrika’s nur eines solcher Mitverantwortungs-Projekte in Gang bringen würde, dann könnte das Land mit Sicherheit nur ein besserer Ort für alle Bewohner werden.

 

Wir spüren aber weiterhin die Trennung der Rassen and treffen auf einige der 14 Millionen hungernden Einwohner, die wir bereits in unserem ersten Blog Post erwähnten. An einer Kreuzung in einer kleinen Stadt sehen wir überall Werbung für Abtreibungsangebote ab 150 ZAR (etwa 10 Euro) und es gibt mehr Beerdigungsunternehmen als kleine Straßengeschäfte: keine wirkliche Überraschung in einem Land, in dem die Regierung HIV & AIDS jahrelang ignoriert hat. Präsident Mbeki zum Beispiel, Mandela’s Nachfolger, war der Meinung, dass es keine Verbindung zwischen dem HIV Virus und AIDS gibt und hat von daher die Bereitstellung von Anti-Retroviralen (entsprechenden Medikamenten) in Krankenhäusern blockiert und hat damit dazu beigetragen, dass über 5 Millionen Menschen an durch AIDS entstandenen Erkrankungen gestorben sind und 1 Millionen Waisenkinder hinterblieben.

Die Kindersterblichkeitsrate (unter 5 jährige) liegt etwa 13mal so hoch wie in Deutschland (40,5 von 1000 im Gegensatz zu 3,2).

„Das Bild von Nelson Mandela, als er 1990 nach 27 Jahren Haft entlassen wurde, hat uns in Südafrika und viele in der Welt inspiriert. Wir gelobten ein besseres Leben für unser Volk zu liefern. Zweiundzwanzig Jahre später ist dieses Bild der Hoffnung verschwommen und dieses noble Erbe liegt in Fetzen, denn die Habgier der politischen Klasse heute spiegelt nun das gleiche Verhalten der Räuberbarone aus unserer Apartheids-Vergangenheit wieder“ – schrieb Jay Naidoo in der gleichen Weihnachtsausgabe des „The Big Issue“, siehe oben.

Ich fand es interessant herauszufinden, dass die korrekte Aussprache des Wortes Apartheid, im Englischen betont wie apart-hate ist: dies ist zwar nicht die Bedeutung auf Afrikaans, sondern nur die Betonung, aber habt ihr jemals etwas Zutreffenderes gehört?

Geschichte, Kultur, Gesellschaft und ihre Probleme sind niemals so klar geschnitten, oder so Schwarz-Weiß wie ich sie hier vielleicht erscheinen lasse, oder? Wir treffen auch auf die andere Seite der Medaille, hören von weißen Freunden die aus ihrer berufliche Position auf übelste Art herausgedrückt wurden – nur aus politischer Motivation und um Quoten zu erreichen. Es ist hart eine neue Stelle oder eine anstehende Beförderung nicht zu bekommen, obwohl man weiß, dass man mehr Erfahrung und Talent hat als der ausgewählte Kandidat – und das alles nur weil man Weiss ist!

Was wir Euch hier nur geben können sind erste Eindrücke von Durchreisenden, aber die Momente die wir hier erlebt haben geben uns viele Gründe für Diskussionen und Reflektionen – nicht nur für Stunden, sondern für Tage und Wochen.

Often it’s the people that make the difference from great to fantastic. From entertaining evenings with lovely travellers spent in a couple of Backpackers’ and a conversation with a German Couple at Sentinel car park, all people we hope to see again, to reunions with old and older friends: Yannick & Robin, 3 years after we last saw them in Myanmar, now living in Jo’burg; Michelle and her new family, maybe 5 years after working with her in London and San Francisco, now in Durban; Anja and her family, a whole 25 years since she and Jens last partied in Essen or was it Flensburg or Heide (?!), now also in Durban and living only 500m from Michelle! While travel is all about discovery of your personal unknown, sharing your time with such people gives you the enthusiasm to continue.

Oftmals sind es die Begegnungen mit Menschen, die für uns den Unterschied machen – ob etwas gut oder fantastisch war. Angefangen mit unterhaltsamen Abenden mit super netten Reisenden in ein paar Backpackerhotels, dann eine längere Unterhaltung mit einem deutschen Paar auf dem Sentinal Parkplatz – alles Leute die wir hoffen wiederzusehen. Dann Wiedertreffen mit alten und noch älteren Freunden: Yannick & Robin, 3 Jahre nachdem wir gemeinsam durch Myanmar gereist sind, leben jetzt in Jo’burg; Michelle und ihre Familie, vielleicht 5 Jahre nachdem ich mit ihr in London und San Francisco gearbeitet habe, lebt jetzt in Durban; Anja und ihre Familie, sage und schreibe 25 Jahre seit sie zuletzt mit Jens in Essen gefeiert hat – oder war es in Flensburg oder Heide(?!), sie lebt jetzt auch in Durban und nur etwa 500 Meter entfernt von Michelle!

Während es beim Reisen in erster Linie um die Entdeckung deiner persönlichen Unbekannten geht, geben dir die Begegnungen mit solchen Menschen und Freunden den Enthusiasmus weiter zu machen.

 

Somewhat out of sync: some more photos from around the Cederberg area.

Great Times with Old Friends in South Africa

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Mid Oct – 4 Jan >> Dubai & Cape Town

While Bruce was riding the ocean waves in his container from Iran to Cape Town via Singapore, we flew to Dubai, drank the most expensive beer in the world 10$ for a 250ml can on board flydubai and enjoyed a couple nights at the height of luxury, in part 1 of our Luxurious Contrast Programme, care of our friends, Caroline & André. We also made a flying visit to the Great Mosque in Abu Dhabi, which was surprisingly impressive, integrating resources and artisans from around the world, and while similar in some decoration, not quite achieving the glory of the Taj Mahal. Needles to say, we also have to inspect the nearby Formula 1 racetrack while sipping a delicious cappuccino – Jens is already set on being a live spectator at the race next season.

Während Bruce von Iran über Singapur nach Kapstadt auf den Ozeanwellen reitet, sitzen wir zunächst im Flieger Richtung Dubai und trinken an Board der flydubai-Maschine das vermutlich teuerste Bier der Welt – 10 US$ für eine 0,25l Dose und anschließend verbringen wir Teil 1 unseres Super-Luxus-Kontrast-Programms bei unseren Freunden Caroline & André. Wir unternehmen auch einen Kurzausflug nach Abu Dhabi und besuchen die überraschend eindrucksvolle Große Moschee, die gespickt ist mit kunstvollen Handarbeiten aus aller Welt und sich an den schmuckvollen Dekorationen des Taj Mahal anlehnt, allerdings nicht ganz deren überwältigende Schönheit erreicht und anschließend geht’s natürlich noch kurz weiter an die Formel 1 Rennstrecke für einen leckeren Cappuccino – Jens hat sich jetzt vorgenommen nächste Saison beim Rennen an der Strecke zur sein.

17 years ago we, along with 16 friends, visited Cape Town for the first time, intending to meet up with one of Jens’s best friends, Philipp, for the Millennium celebrations. But Philipp was nowhere to be seen, and we had to party on without him. Fortunately this time, he was waiting at the airport to meet us and whisked us off to his house in Hout Bay, a delightful cove, almost completely surrounded by mountains and headed up by a velvety soft, white, sandy beach. The first time we were there, there was even a welcoming seal playing in the waves. These first weeks with Philipp and his new wife, Miriam, were very contented, harmonious and picturesque. Our trip couldn’t have started better!

Vor 17 Jahren waren wir das erste Mal in Kapstadt, und wollten dort in erster Linie mit einem von Jens’s besten Freunden, Philipp, in das neue Millennium hineinfeiern. 16 weitere Freunde aus Deutschland schlossen sich an – aber ausgerechnet Philipp tauchte nicht auf und wir mussten ohne ihn feiern.

Diesmal allerdings stand er bei unserer Ankunft am Flughafen, um uns abzuholen und er fuhr uns üblich flott zu seinem Haus in Hout Bay, eine wunderschöne Bucht, die fast vollständig von hohen Bergen eingeschlossen ist und von einem langen, weichen Sandstrand und Dünen gekrönt wird. Als wir das erste mal am Strand entlang liefen, wurden wir von einem Seehund begrüßt, der in den Wellen spielten. Diese ersten Wochen mit Philipp und seiner frisch angetrauten Frau Miriam waren sehr glücklich, harmonisch und bildschön. Unsere Reise hätte nicht besser starten können!

 

While waiting for Bruce to arrive and before my month of hard work began, we didn’t actually do too much to write home about, save celebrate Philipp and Miriam’s recent wedding with a tour in 2 very loud AC Cobra replicas around the coast road, over the Franschhoek pass and down into the wine valleys of Franschhoek and Stellenbosch. Make sure you rev the car up to the max at every opportunity, to turn as many heads as possible: it has to be the lady at the wheel, smiling the sweetest smile under the Grace Kelly headscarf, fluttering in the wind, and everything is just fine.

Während wir auf die Ankunft auf Bruce warteten und bevor meine harte Arbeitphase begann, haben wir eigentlich nicht viel unternommen über das wir schreiben könnten, außer natürlich das nachträgliche Feiern von Miriam & Philipps Hochzeit – wir mieteten uns zwei sehr laute AC Cobra Replicas für einen vollen Tag, fuhren entlang der sehr schönen Küste Richtung Osten, dann über den Franschhoek-Pass hinunter in die Weintäler von Franschhoek und Stellenbosch. Es galt sicherzustellen die Drehzahl an den Begrenzer zu treiben sobald sich die Gelegenheit ergab und dabei so viele Köpfe zum drehen zu bringen wie möglich: insbesondere effektvoll, wenn wir zwei Ladys am Steuer saßen, lächelnd mit unseren im Wind flatternden weißen Grace Kelly Kopftüchern.

Bruce arrived safe and sound (for those interested, see the info page here) and Jens spent hours and days getting him refreshed and ready for our African adventure. At the same time my gruelling work, for a conference in Prague, was made bearable by being in quite possibly, one of the best offices in the world, complete with floor to ceiling windows and wrap-around views of the edge of the winehills, over the Hottentots, onto the ocean and around to the Cape. Again, care of Caroline and André, Luxurious Contrast Programme part 2, and continued as part 3 after our short interlude for work and pre-Christmas family visits in Europe. If you can’t celebrate Christmas and New Year with your family, the next best thing is with Philipp & Miriam, his sister Caroline and husband André, some of their immediate family and a couple of friends. We’ve never celebrated so well outside our own family, THANK YOU!

Bruce kam sicher und in gutem Zustand in Kapstadt an (bei Interesse die Infoseite hier lesen. Jens verbrachte Stunden und Tage damit ihn weiter aufzufrischen und fit zu machen für unsere anstehende Afrikatour. Gleichzeitig hatte ich Schwerstarbeit zu leisten mit der Vorbereitung einer Konferenz in Prag – allerdings in einem der vermutlich schönsten Büros der Welt mit rundherum Panoramafenstern bis zum Boden und einem 360° Blick über Weinfelder, dann entlang der Hottentottenberge bis hin zum Ozean weiter über das gesamte Kap der Guten Hoffnung. Teil 2 unseres Super-Luxus-Kontrast-Programms und abermals Dank Caroline & André. Nach einem kurzem Arbeitsaufenthalt in Prag und vorweihnachtlichen Besuchen bei Familie und Freunden in Deutschland und England, folgte sogar noch der 3. Teil des Luxus Programms.

– Wenn Du nicht die Möglichkeit hast Weihnachten und Sylvester mit deiner Familie zu feiern, dann ist die nächstbeste Lösung mit Philipp & Miriam, Caroline (Philipps Schwester) & André und einem Teil ihrer engsten Familie und Freunde. Wir haben noch nie außerhalb unserer Familien so schön gefeiert, DANKE EUCH!

 

 

So what else should you do when you’re in Cape Town, only as a semi-tourist? Well for us, actually hardly anything at all, until we were on our “return” leg a month later and managed to squeeze in a weekend with Philipp & Miriam again, not forgetting son Leo and Lotta, the adorable pug. Then we met up for an all-too-brief weekend in the Cederberg National Park, 3 hours’ drive to the north.

Also was könnte man sonst noch unternehmen in der Region Kapstadt, als „Semi-Tourist“? Für uns hieß das eigentlich so gut wie nichts, bis wir dann bei der Rückkehretappe Richtung Westküste es doch noch schafften ein viel zu kurzes Wochenende mit Philipp, Miriam, ihrem süßen Baby Leo und ihrem unvergesslichen Mops Lotta in dem Cederberg Nationalpark zu verbringen – tolle Gegend, ca. 3 Stunden nördlich von Kapstadt.

 

Our first, and lasting, impression of South Africa is that while Apartheid might officially be over, segregation continues strongly. You mix with same-race people, your friends share the colour of your skin and you are likely to be wealthier the lighter you are. Blacks, making up almost 80% of the population (Whites comprise on 9%), still seem to have weaker access to poorer education and suffer higher rates of unemployment once school is over. Jobs for them remain menial and unskilled, while whites continue their stronghold on management. There are still many Black townships forming seas of corrugated metal roofs over 1-room houses, while toilets concrete portacabins in a row at right-angles to the end of the street. The wealth gap is very high, leaving many Whites in relative luxury, in beautiful villas, with gracious, spacious gardens, surrounded by high walls and electric fencing, but also engulfed by anxiety, simmering below the surface.

It’s a dichotomy we struggle to understand with during our entire stay and one we don’t feel at all comfortable with, in this otherwise beautiful and nature-rich country. We wonder if we’ll change our minds once we’ve been here a while?

 

Unser erster und bleibender Eindruck von Südafrika ist, dass obwohl Apartheid offiziell vorbei ist, ist die Trennung weiterhin stark zu spüren. Mann verbringt seine Zeit in der Regel mit Leuten und Freunden der selben Hautfarbe und die Chance wohlhabender zu sein steigt mit der Helligkeit deiner Hautfarbe. Schwarze Menschen haben einen Anteil von fast 80% an der Gesamtbevölkerung (Weiße nur 9%), dennoch haben sie einen schwachen Zugang zu schlechterer Bildung und erleiden eine weit höhere Arbeitslosenquote sobald sie aus der Schule kommen. Es stehen meist nur Jobs für mindere Tätigkeiten und ungelernte Arbeit zur Verfügung. Es gibt immer noch viele Schwarze Townships (Slums), die ein Meer von Wellblechdächern über 1-Zimmerhäuser formen, während die Beton-Toilettenkabinen am Rand oder am Ende der Straße zu finden sind. Die Wohlstandlücke ist sehr groß, viele Weiße leben in relativem Luxus, in schönen Villen mit anmutigen und ausgedehnten Gärten, umgeben von hohen Mauern mit elektrischen Zäunen gespickt, aber auch erfüllt von Angst, die immer unterschwellig spürbar ist. Wir haben weiterhin Schwierigkeiten diese allgegenwärtige Trennung nachzuvollziehen und sie vermittelt uns ein dauerhaftes Unwohlsein in diesem ansonsten so schönen und naturreichen Land. Wir fragen uns, ob sich unsere Gefühle ändern würden nachdem wir hier eine längere Zeit verbracht haben?

 

Our Tripline route map is up to date and we’ve started adding a little more detail to our planning here, we’ll continue updating this over the next couple of weeks.