Down on the Beach in Mozambique

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24 Apr – 16 May >> S. Africa (1,000km) & Mozambique (1,610km) >> 2,610km

To get to Mozambique from northern Botswana we had to travel down through Zimbabwe (more on that in our next blog post) and Jens was keen to see the Kruger National Park, so we spent another week in South Africa, as well. The northern area of Kruger wasn’t as animal generous as the parks in Botswana; in fact, it was a long weekend and we suspected the animals had packed their bags and left to celebrate themselves as well, as sightings were rare. The nicest part of the en route trip was probably our campsite at Zvakanaka and its outstanding hosts, Gail and Al.

Um von Botswana nach Mosambik zu gelangen, mussten wir zunächst kurz durch Zimbabwe fahren (mehr dazu in unserem nächsten Bericht) und dann wollte Jens noch gerne den Kruger Nationalpark zum ersten Mal besuchen, also verbrachten wir noch einmal eine Woche in Südafrika. Der nördliche Teil des Kruger NP war nicht so großzügig mit Tieren gefüllt wie die Parks in Botswana; vielmehr an diesem langen Wochenende hatte wir den Eindruck das auch die Tiere ihre Koffer gepackt hatten, um sich selbst mal eine Auszeit zu gönnen, denn wir trafen nur auf sehr wenig Großwild. Der netteste Teil dieser Verbindungsstrecke war wahrscheinlich der Campingplatz Zvakanaka mit ihren außergewöhnlich netten Gastgebern, Gail and Al.

 

Then it’s finally out of Safari khaki and into the colourful world of Mozambique. It lures us as a short holiday destination, with potential paragliding and diving in the clear turquoise waters of the Indian Ocean. In the end we don’t manage either due to the weather and a cold, but still, we thoroughly enjoy long walks on the soft, white, sandy beaches and sauntering up the coastline before trekking cross-country back to Zimbabwe.

Aber dann war es endlich Zeit, um raus aus dem Safari-Khaki zu kommen und in die farbenfrohe Welt Mosambiks zu tauchen. Das Land lockt uns wie ein Kurzurlaubsziel, in dem es Möglichkeiten geben soll Gleitschirm zu fliegen und im klaren, türkisen Wasser des indischen Ozeans zu tauchen. Schließlich schaffen wir beides nicht aufgrund des Wetters und einer Erkältung, aber trotz alledem genießen wir die langen Spaziergange an den weichen, weißen Sandstränden sehr und schlendern entlang der Küste bis wir schließlich wieder auf einer abgeschiedenen Piste quer durch das Inland zurück Richtung Zimbabwe fahren.

Knowing absolutely nothing about Mozambique’s history, we are shocked to read of some of the relatively recent events and, as ever, speechless at the international conquests and political interventions up to and including our own generation. Portugal occupied Mozambique from the 16th century but it never, ever showed any intention of wanting to govern or colonise in any positive way: furthering their own economic situation in Europe was their only incentive. There was no formal slavery, the ports were only the hubs for departures of slaves and ivory to the rest of the world, but land was divided into vast estates, “prazeros,” with the idea of controlling the land and stimulating agricultural production. In reality they operated as fiefdoms with armies of slaves bound to them. People, mineral and natural resources were exploited to the hilt.

No investments were made into education, or healthcare or housing, and probably not even any pretence to do so, and this continued until the 20th century. When the country finally became independent in 1975, the majority of Portuguese settlers and other ex-pats left immediately. Like defeated children rather than humane adults, some of their last acts were purely destructive, including, for example, pouring concrete down wells and sabotaging vehicles. The exodus created an immediate vacuum throwing Mozambique into chaos, with few skilled professionals and virtually no infrastructure remaining. The new ruling party, FRELIMO, dedicated itself to rebuilding the country on communist principals and though initially celebrated as a success in the West, 10 years later the country was again on its knees.

RENAMO, the Mozambique National Resistance movement was formed at the same time as independence and funded mainly by the white-minority-ruled countries of Rhodesia and South Africa, but also some Western partners. It comprised mercenaries, co-opted soldiers and disaffected Mozambicans. They were not protesting as a political opposition, nor in order to gain any direct power, their sole purpose was to destabilise and paralyse the country. Infrastructure was systematically attacked and destroyed, “Villagers were rounded up, anyone with skills was shot, and atrocities were committed on a massive and horrific scale” (Lonely Planet) and we are personally told of them coercing mothers into beating their own children to death! The civil war took the lives of an estimated 700,000 people and over a million became refugees.

These days Frelimo run the country on free market economy principals and Renamo has become a true political opposition, but there are still pockets of unease and fighting. For a short period, up until 2 months before we arrived, there were still some “better not go” areas for tourists and one section of highway driving was only possible in convoy with military escort. As this was ongoing during our trip planning, we had decided just for a brief visit to the south, though there seems to be political calm at the moment.

Da wir praktisch nichts über die Geschichte von Mosambik wussten, sind wir ziemlich geschockt über die relative kurz Zeit zurückliegenden Geschehnisse zu lesen und, wie so oft, sprachlos über die internationalen Eroberungen und politischen Einmischungen bis zu und auch noch während unserer Generation.

Portugal hatte Mosambik seit dem 16. Jahrhundert besetzt, aber hat niemals auch nur andeutungsweise die Absicht gezeigt das Land in irgendeiner Form positiv zu regieren oder zu kolonialisieren: sie hatten ausschließlich das Ziel die eigene wirtschaftliche Situation im eigenen Land in Europa zu verbessern. Das Volk wurde versklavt und die Natur- und Bodenschätze voll und ganz ausgebeutet. Die Häfen dienten als Umschlagplätze für die Ausfuhr von Sklaven und Elfenbein in alle Welt. Das Land wurde aufgeteilt in riesige Gutshöfe (prazeros) um so das Land unter Kontrolle zu bringen und in der Hoffnung, das sich eine produktive Landwirtschaft entwickelt. In Wirklichkeit waren sie Lehensgüter die sich Armeen von Sklaven hielten.

Es gab keine Investition in Bildung oder Gesundheitswesen oder Wohnungsbau – und es wurde noch nicht einmal so getan, als ob man dies vorhätte – und dies dauerte an bis in das 20. Jahrhundert. Als das Land 1975 endlich die Unabhängigkeit erreichte, verließ die Mehrheit der Portugiesen und sonstigen Europäer sofort das Land. Eher wie besiegte Kinder, als wie erwachsene Menschen, waren ihre letzten Handlungen in diesem Land von Zerstörung geprägt – so wurden zum Beispiel Abflusssysteme mit Zement gefüllt, Fahrzeuge sabotiert etc. Dieser Exodus hat sofort ein Vakuum gebildet und Mosambik versank im Chaos – mit nur sehr wenigen qualifizierten Arbeitern und praktisch keiner übriggebliebenen Infrastruktur. Die neue Regierungspartei, FRELIMO, hatte es sich zur Aufgabe gemacht das Land nach kommunistischen Prinzipien wieder aufzubauen und anfänglich wurden die ersten Entwicklung auch im Westen als erfolgreich gewürdigt. Aber nur 10 Jahre später war die Wirtschaft bereits wieder am Boden.

RENAMO, die Nationale Widerstandsbewegung, wurde ebenfalls zur Zeit der Unabhängigkeit gebildet und wurde hauptsächlich von Länder mit weißen Minderheitsregierungen, wie Rhodesien und Südafrika, finanziert, aber hat auch ein paar westliche Unterstützer. Sie protestierten nicht als politische Opposition und versuchten auch nicht direkte Macht im Land zu erlangen, sondern ihre ausschließliches Ziel war es das Land zu destabilisieren und lahm zu legen. Die Infrastruktur wurde systematisch angegriffen und zerstört. Dorfbewohner wurden zusammengetrieben, jeder mit irgendeiner Ausbildung oder Fähigkeit wurde erschossen und die fürchterlichsten Gräueltaten wurden in unglaublichen Ausmaßen im ganzen Land begangen und uns wurde persönlich davon erzählt wie Mütter dazu gezwungen wurden ihre eigenen Kinder zu erschlagen! Der Bürgerkrieg soll nach Schätzungen 700.000 Todesopfer gefordert haben und über 1 Millionen Menschen wurden zu Flüchtlingen.

Heutzutage führt FRELIMO das Land auf Basis der freien Marktwirtschaft und RENAMO hat sich zu einer wirklich politischen Opposition entwickelt, aber es gibt weiterhin lokale Regionen mit Unruhen und Kämpfen. Für eine kurze Zeit und bis etwa 2 Monate vor unserer Ankunft hier, gab es noch einige Regionen des Landes in denen man sich besser nicht als Tourist aufhalten sollte und ein Teil der Hauptstraßen im Norden des Landes durfte man nur im Konvoi und in Begleitung einer Militäreskorte befahren. Weil diese Situation noch aktuell war während unserer ursprünglichen Reiseplanung, hatten wir uns dazu entschieden das Land nur kurz zu besuchen und unseren Aufenthalt auf den sicheren Süden zu beschränken – obwohl der Norden scheinbar derzeit zu politischer Ruhe gefunden hat.

The countryside is still very poor and this is one of the first countries where begging starts to pull at your heartstrings. The immediate coastline may be lined with lodges and hotels, often owned by South Africans and other foreigners, but directly behind that it’s your clichéd picture of Africa. The ladies wear brightly coloured “sarongs” of a stiffer material to what you get in Asia, and they’re worn over skirts or trousers, serving as a protective apron. The patterns are sometimes such that you can have a whole ornament or flower or sunshine, very beautifully positioned at the back. They carry heavy loads on their heads, be it firewood or grain, no hands holding on. And we wonder why it’s only ever the women who do that? Buses are jam-packed and pick-ups carry more people than cattle, but there’s no chaos on the roads, nor are the buses gaudily decorated as in India or South America.

Die Landbevölkerung ist weiterhin sehr arm und dies ist eines der ersten Länder in dem uns das Betteln der Menschen wirklich sehr nahe geht. Direkt an der Küste stehen zwar viele Ferienanlagen und Hotels, die meistens von ihnen sind jedoch im Besitz von Südafrikanern oder Europäern. Direkt hinter diesen Anlagen finden wir aber das Klischeebild von Afrika. Die Frauen tragen „Sarongs“ in den knalligsten Farben, der Stoff ist etwas steifer als im asiatischen Raum, und sie werden über einem Rock oder einer Hose getragen – quasi als schützende Schürze. Oftmals sind sie bedruckt mit einem riesigen Ornament, oder einer Blüte oder einer Sonne mit Strahlen – schön platziert auf ihren Hintern. Sie balancieren wirklich schwere Dinge auf dem Kopf, z.B. viele dicke und lange Feuerholzstämme oder Getreidesäcke und oft ohne ihre Hände zur Hilfe zu nehmen. Und wir fragen uns, warum immer nur die Frauen dies tun? Die Busse sind vollgestopft mit Leuten und die Pick-ups befördern mehr Menschen als Vieh, aber es gibt kein Chaos auf den Straßen und die Busse sind auch nicht in irgendeiner Form dekoriert wie in Indien oder Südamerika.

 

On the whole, the people are generally friendly, and we don’t ever experience any cunning bribe tactics from the traffic police. Save the odd exceptions: like at the lesser-used entry border from Kruger, where we were stung on the exchange rate for our entry visas, captive to the whim of the rate-setting officer: I’ve seldom seen Jens so angry! Only after half an hour of discussions was the officer willing to write an official receipt for the amount we had paid. Or the time when we don’t understand the handsignals on the roadside: are they asking for a lift or being rude or aggressive? All of a sudden I am camera shy and taking photos feels intrusive, which seems to be the right instinct, as a lady very gruffly told me not to take any photos in the marketplace.

Im Großen und Ganzen sind die Menschen hier sehr freundlich und keiner der Polizisten hat irgendwelche raffinierten Vorgehensweisen versucht. Aber ein, zwei Ausnahmen gab es schon: An dem wenig benutzen Grenzübergang im Kruger Park wurde uns von dem Grenzbeamten ein derart übertriebener Wechselkurs für unsere Visakosten auferlegt, dass Jens fast ausgerastet ist. Erst nach einer halben Stunde Diskussion, war der Grenzbeamte zumindest bereit eine Quittung für seine Wucherrate auszustellen. Oder was bedeuten die Handzeichen, die uns am Straßenrand gegeben werden – wollen sie mitgenommen werden, oder sind es unhöfliche oder gar aggressive Zeichen? Und auf einmal werde ich schüchtern beim fotografieren und fühle mich dabei als würde ich den Leuten zu Nahe kommen – und damit scheine ich den richtigen Instinkt zu haben, denn auf einem Markt werde ich sehr grob von einer Dame ausgeschimpft, als ich ein paar Fotos von den Ständen machen möchte.

Don’t forget to click on the first picture to see them full screen!

There are visible signs of the destruction wreaked by the cyclone in February all along the coast: roofs have been lifted off, walls are only half standing and palm tree trunks are bent double, bare of all foliage. Only now in the low season are the repair works being carried out.

Überall endlang der Küste gibt es sehr sichtbare Zeichen der Zerstörung, die hier im Februar durch den Zyklon angerichtet wurde. Dächer wurden weggerissen, Wände stehen zum Teil nur noch zur Hälfte, die Palmen sind oft nur noch gebogene Stümpfe ohne jegliche Blätter oder Wedel. Erst jetzt in der Nebensaison fangen die Reparaturarbeiten langsam an.

Negatives aside, there are some highlights of course here too: we are treated to fresh fish and tasty seafood every day: delicious after months of meat monotony of the desert and and African bush. There’s even real, white baguette and good, freshly ground coffee. Our other fantastic stay this trip was at Villas do Indico. On arrival the man sitting at the other computer declared, “A bottle of wine on us this evening!” Would it be biased to say I liked him instantly?! It turns out Victor-Hugo, the Portuguese owner, always had a childhood dream of having a base in Mozambique; he’s participated in lots of 4×4 races, including the coveted, original, Paris-Dakar and he’s done a fair amount of travelling in Africa. With his wife Rita, they want to cover the East route, like us, from next year some time. Over dinner it was one of those occasions where there isn’t break in the conversation as everyone has so much to share.

Absehen von diesen wenigen negativen Erlebnissen, gibt es hier natürlich auch viele wirklich positive Dinge zu sehen und zu erleben. Jeden Tag werden wir mit frischen Fisch und Meeresfrüchten versorgt – wirklich super lecker, nach der Fleischmonotonie der letzten Monate der Wüsten und des afrikanischen Buschs. Hier gibt es sogar echtes, weißes Baguettebrot und guten, frisch gemahlenen Kaffee. Eine weitere super Campingmöglichkeit fanden wir bei Villas do Indico. Bei unserer Ankunft erklärte der Herr am Computer: „Eine Flasche Wein für Euch geht aufs Haus heute abend!“ Wäre es voreingenommen zu sagen – den Herrn mochte ich auf Anhieb?!

Später stellt sich heraus, dass Victor-Hugo, der portugiesische Besitzer der Anlage, schon als Kind den Traum hatte in Mosambik eine Basis zu haben; er hat an vielen 4×4 Rennen teilgenommen – unter anderem auch an der originalen Paris–Dakar Rallye – er ist bereits viele Teile Afrikas mit dem Wagen bereist. Mit seiner Frau Rita will er auch so wie wir die Ostroute Richtung Norden fahren – irgendwann im nächsten Jahr. Das Abendessen mit ihnen war eines dieser Zusammentreffen, bei dem es einfach keine Gesprächspausen gab, weil jeder von uns so viel mitzuteilen hatte.

The 10 hour, 1.5 day drive back to the very small border into Zimbabwe was a beautiful trip through the countryside, away from tourists and wealth, where we could see the simpler side of life. Friendly people waved a lot then returned to their business, while we meandered along the sandy, but green track. A beautiful end to a beautiful stay, that will linger long in our memories.

Die zehnstündige, 1 ½ tägige Fahrt zurück zu dem sehr kleinen Grenzübergang zu Zimbabwe war eine besonders schöne Tour, weg von den Touristen und des relativen Reichtums, wo wir die einfache Art des Lebens zu sehen bekamen. Viele freundliche Menschen winken uns zu bevor sie wieder zu Werke gehen und während wir uns entlang des sandigen, aber grünen Pfades schlängeln. Ein herrlicher Abschluss zu einem großartigen Aufenthalt, der lange in unseren Gedanken nachklingen wird.