The Kingdom in the Sky

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23 – 25 Jan >> Lesotho >> 610+ km
Entering Lesotho via the Sani Pass, you climb into a different Africa. The pass leads, via ever decreasing zig-zags, up and up, through the narrow funnel at the top, spitting you out into the kingdom in the sky, jutting skywards, the rest of the surroundings disappearing below the clouds. Step out of westernised South Africa, encircling Lesotho, and into another world, where the scenery is defined by high mountains, huge billowing skirts of soft green in deep folds of valleys, the hillsides peppered with traditional villages. Not only another country and culture, it feels like another era, one from long, long ago.

Als wir Lesotho über den Sani Pass erreichen, haben wir das Gefühl in ein anderes Afrika zu klettern. Der Pass führt über zahllose Zick-Zacks höher und höher und schließlich durch einen engen Trichter zum Gipfel. Man wird förmlich in das „Königreich im Himmel“ nach oben katapultiert, Stufe für Stufe, und die restliche Umgebung verschwindet langsam in den Wolken unter uns. Wir bewegen uns aus dem verwestlichten Südafrika heraus in das völlig eingekreiste Lesotho und hinauf in eine andere Welt – wo die Szenerie durch hohe Berge definiert wird, riesige wellige Vorhänge aus weichen Grüntönen liegen über den tiefen runden Taleinschnitten, die Hänge sind mit traditionellen Dörfern gespickt. Es ist nicht nur ein weiteres anderes Land und eine andere Kultur, es füllt sich an wie eine andere Ära – eine längst vergangene.

The smile and the welcoming words of the border guard as he stamps our passport jar with the scene behind him, where another guard is fiercely beating a shepherd boy, maybe two, with his long baton. The boys lie on the ground and take it.

We’re on a high plateau at about 3,000m, devoid of trees, villages and pretty much any other sign of civilisation, too. There’s a farmhouse, with huts to rent to tourists, a wide panorama of dark, peaty earth and some heavily cloaked shepherds, with woollen hats and wellington boots. The sun has dropped and the grey clouds gather. It all feels rather grim.

In the first village, a couple of hours away, the petrol station is simply 2 roadside pumps, owned by a gruff-looking Chinaman, his son on the street acting as cash register, flanked by 2 shotgun-wielding bodyguards. The town has a whiff of Wild West outpost about it, where life is hard and rewards can only be found in Heaven. The shops look like they haven’t seen anything fresh for a while and the contrast to the wealthy standard of living in South Africa, just down the mountains, is stark.

Das Lächeln und die Willkommensgrüße des Grenzpolizisten kontrastieren mit der Szene, die sich hinter seinem Rücken abspielt – ein weiterer Grenzpolizist prügelt mit einem Stock auf ein oder zwei Schäferjungen ein, die sich dann windend auf den Boden legen und die Schläge einstecken.

Wir sind auf einem Hochplateau in etwa 3000m Höhe, man sieht zunächst keine Bäume, Dörfer oder auch keine anderen Zeichen von Zivilisation. Dann steht da ein Farmhaus mit kleinen Hütten für Touristen. Ein ausgedehntes Panorama mit dunkler, torfiger Erde und einige mit schweren Decken drapierte Schäfern, mit Wollmützen die teilweise das Gesicht bedecken und Gummistiefeln. Die Sonne geht unter und die grauen Wolken verbünden sich. Es wirkt alles recht finster. In dem ersten Dorf, dass wir nach etwa 2 Stunden erreichen, besteht die Tankstelle nur aus zwei Zapfsäulen am Straßenrand, mit einem grimmig aussehenden chinesischen Besitzer, sein Sohn steht an der Straße, um das Geld abzukassieren und er wird von zwei Wachmännern flankiert, die eindrucksvoll mit Schrotflinten über der Schulter bestückt sind. Der ganze Ort hat etwas Wild West Flair, wo das Leben hart ist und Belohnungen bekommt man nur im Himmel. Die Geschäfte wirken, als ob sie schon seit langem nichts Frisches mehr gesehen hätten und der Kontrast zu dem vermögenden Südafrika, nur gerade unterhalb der Berge, ist krass.

Our first impressions thankfully don’t last. As we look again, and go to the ATM (it’s not a totally bygone era), we see the town is bustling with people on the streets. The atmosphere is relaxed, there are smiles and tinny music plays on someone’s mobile phone. The first place we stop, to admire the view and discuss our routes and plan, a man comes over and speaks excellent English, telling us to feel free to park there for the night, in fact we can sleep anywhere and no-one will bother us. With his gentle tone and broad smile he instantly smoothes our ruffled nerves and calm settles over us. We wild camp for the first time in weeks, next to a river, down in the valley, complete with campfire and starry sky.

 

Unsere ersten Eindrücke halten glücklicherweise nicht lange an. Als wir weiter schauen und zu einem Geldautomaten gehen (es ist keine völlig vergangene Ära), sehen wir wie die Straßen voller Leute sind. Die Atmosphäre ist entspannt, es begegnen uns einige freundlich lächelnde Gesichter und Musik spielt blechern aus einem Handy.

Bei unserem ersten Stopp an der Landstraße halten wir an um die Aussicht zu genießen und unsere weitere Routenplanung zu besprechen – ein Mann kommt zu uns und spricht sehr gutes Englisch. Er sagt uns, dass wir beruhigt hier bleiben und übernachten können – und dass wir ansonsten überall sicher übernachten können – niemand wird uns stören. Mit diesen freundlichen Tönen und seinem breiten Lächeln verändert er sofort unsere etwas angespannt Stimmung und wir fühlen uns vollends beruhigt. Wir campen zum ersten Mal seit Wochen in freier Natur, direkt an einem Fluss in einem tiefen Tal, mit Lagerfeuer und Sternenhimmel.

 

The next two days are spent off-road, on gravelly tracks or swinging through thick, dark, sticky mud. We climb high up into the mountains and drop way down into the valleys, ascend the next mountain and descend again. And again. The road hugs the hillsides, high above the dam. In the highlands, we’re welcomed by colourful, wild flowers carpetting the ground. Surprisingly, storks pick at the ground, or sail silently by. Vistas galore! Green canyons, long, steep passes, terraces to be tilled in every shade of green. Panoramas abound, endlessly. In the evening, the sun casts a warm glow over the reddening soil. We are truly thrilled by this magnificent landscape.

Die nächsten 2 Tage verbringen abseits der Hauptstraßen, auf Schotterpisten und durchfahren tiefen, dunklen und klebrigen Schlamm. Wir fahren hoch in die Berge und hinab in Täler, erklimmen den nächsten Berg und steigen wieder hinab. Wieder und wieder. Die Piste umschließt die Hügel in der Umgebung des großen Staudammes. Im Hochland werden wir von bunten Blütenfeldern empfangen, wilde Blumen formen hier einen ausgedehnten Teppich. Zu unserer Überraschung picken Störche den Boden und segeln geräuschlos vorbei. Aussichten satt! Grüne Schluchten, Pässe, Panoramen mit Terrassenfeldern so weit das Auge reicht in allen erdenklichen Grüntönen. Am Abend verbreitet die untergehende Sonne ihr Glühen über errötende Erde. Wir sind wirklich völlig überwältigt von dieser traumhaften Landschaft.

 

All the while we are accompanied by the traditional, ethnic Basotho culture: they live in small, round, stone huts with conical thatched roofs. One door with a window either side, the frames often painted blue, making them look like little faces with hats, often with a pom-pom of flowers. Government-installed pit toilets stand proudly outside many, with airing pipes behind, painted white and we christen them the local chapels backed by crucifixes. Here there is only subsistence farming: cows and sheep, maize and beans.

Thick blankets serve as ponchos for the shepherds by day and night, protecting from the strong sun and warming in the dark. Balaclavas crown them, worn as beanies in the heat or full coverage in the cold. White wellies with red soles cover their feet.

Immer wieder treffen wir auf die traditionelle und für uns ungewöhnliche Basotho Kultur: die Menschen leben in kleinen, runden Steinhütten mit kegelförmigen Reetdächern. Die Eingangstür mit einem Fester auf jeder Seite und die Rahmen, meist in intensivem Blau gehalten, lassen sie aussehen wie kleine Gesichter mit Hut, oftmals mit einem Bömmel aus Blumen auf der Dachspitze. Die von der Regierung finanzierten Außentoiletten stehen stolz neben den meisten Hütten und haben auffällige weiße Abluftrohre die hoch über das Dach ragen wie große Kruzifixe – von daher taufen wir sie „Kapellschen“. Die Bauern hier betreiben hauptsächlich Subsistenzwirtschaft: Kühe, Schafe, Mais und Bohnen.

Dicke Decken dienen den Schäfern als Ponchos bei Tag und bei Nacht – sie schützen sie vor der starken Sonne und wärmen in der Dunkelheit. Sie tragen Sturmhauben auf dem Kopf, die wie Beanie-Mützen in der Hitze getragen werden und zur vollständigen Bedeckung bei Kälte. Die weißen Gummistiefel mit roter Gummisohle dürfen nicht fehlen.

Lesotho might be a kingdom, but village chiefs or elders rule locally. On our last evening we struggle to find a place to camp, finally settling on a spot next to a river between two cornfields, just before nightfall. Jens went and asked the man working in one of the fields, who sent him to the owner, Abraham. He might be the owner, and relatively sure it wouldn’t be a problem for us to stay there, but he is quite insistent that the village elder is asked for permission. When Jens hesitates – it’s a long way up to the top of the village and he’d much rather get the fire and BBQ going – Abraham sent his young worker to the chief, who fortunately gave his blessing. This young man kindly came and told us the good news. We offered him some nuts, a drink and a chair and he settled in. We managed half a conversation and were joined by a young shepherd, who couldn’t speak English. As we were hungry, we lit our fire and shared our meat with them. I’m not sure they really enjoyed the pink ostrich steak, but they at least pretended. And they were very happy to keep warm round the fire. As the conversation stalled and we were thinking they might settle down to sleep, the young messenger persuaded the shepherd to leave with him, and we continued to enjoy the starry night sky, and reliving the incredible scenes of the last 2 days.

We’ve passed three diamond mines, several dams, which also supply South Africa with fresh water, and a ski resort! Afriski has one lift, one slope, one hotel and lots of hope for visitors! The natural resources aren’t enough to make the country even vaguely rich and so it struggles to achieve the dream of arriving in the West.

Lesotho mag zwar ein Königreich sein, aber die Dörfer werden von Dorfältesten oder –chefs geleitet. An unserem letzten Abend haben wir Schwierigkeiten einen geeigneten Stellplatz zu finden und entschließen uns dann kurzerhand an einem Flusslauf zu halten, zwischen zwei Kornfeldern, kurz bevor es dunkel wird. Jens geht zu einem Mann der im Feld arbeitet, der ihn wiederum zu dem Landbesitzer schickt. Abraham ist zwar der Besitzer der Felder und er ist sich ziemlich sicher, dass es kein Problem ist hier zu übernachten, aber er bevorzugt es auf Nummer sicher zu gehen und die Genehmigung des Dorfchefs einzuholen. Als Jens kein großes Interesse zeigt hoch in das Dorf zu gehen und eigentlich lieber den Grill starten würde, bemüht er einen seiner jungen Mitarbeiter hoch zum Chef zu gehen und glücklicherweise gibt dieser sein Einverständnis. Der junge Mann kommt zu uns ans Feuer um uns die gute Botschaft zu bringen. Wie teilen mit ihm ein paar Nüsse, einen Saft und geben ihm einen Stuhl – er macht es sich bei uns gemütlich. Wir schaffen es halbwegs eine Konversation zu betreiben und ein junger Schäfer kommt hinzu, der aber leider kein Wort Englisch spricht. Weil wir großen Hunger haben, starten wir schließlich das Feuer und teilen unser Fleisch mit den Beiden. Wir sind uns nicht ganz sicher, ob ihnen das rosa Straußenfleisch wirklich geschmeckt hat, aber sie haben auf jeden Fall so getan als ob. Und sie waren offensichtlich sehr glücklich am wärmenden Feuer zu sitzen. Gerade als die Konversation zum Stillstand kam und wir das Gefühl bekamen, dass sie sich hier vielleicht zum Schlafen niederlassen, fing der junge Nachrichtüberbringer an den Schäferjungen zu überreden mit ihm nach Hause zu gehen und wir genossen den Rest des Abends mit Sternenhimmel und einem Revuepassieren der unglaublichen Eindrücke der letzten zwei Tage.

Wir kamen unter anderem auch an drei Diamantenminen, mehreren Staudämmen (die auch Südafrika mit Wasser versorgen) und einem Skiresort vorbei! Afriski hat eine Piste, einen Lift, einen Snowboard Parkour, ein Hotel und ganz viel Hoffnung auf Besucher! Die natürlichen Bodenschätze reichen nicht aus das Land auf nur im Ansatz mit Reichtum zu bescheren und so fällt es ihm schwer den Traum des Wohlstandes des Westens zu erreichen.

Despite their obvious poverty, the people are very friendly and often curious. Not so shy as to stay away in awe, but polite and gentle when they come over. Passing in Bruce, the kids come running, arms up, palms outward, waving; but also arms out and palms up, in globally-recognised supplication. A little English is usually spoken: even the smallest kids manage, “Sweeties! Sweeties!” and the over-6-year-olds have practised, “Give me money!” a lot. I think this is the first country I’ve been to, where it’s hard not to succumb, but we try hard not to encourage a begging culture. We need to find other ways to support them and help them grow their personal economies.

Trotz ihrer offensichtlichen Armut sind die Menschen hier sehr, sehr freundlich und oft auch neugierig. Nicht zu scheu, dass sie ehrfürchtigen Abstand halten, aber höflich und sanftmütig wenn sie zu uns kommen. Wenn wir mit Bruce vorbeifahren, kommen die Kinder angelaufen, mit erhobenen Armen und winkenden Handflächen; aber auch oftmals mit ausgestreckten Armen und offen gehaltenen Handflächen – eine global wiederzuerkennende Geste. Sie können oft ein wenig Englisch – selbst die kleinsten von ihnen können zumindest: „Süßigkeiten! Süßigkeiten!“ und die Über-6-jährigen haben viel „Gib mir Geld!“ geübt. Ich glaube dies ist das erste Land in dem ich echt Schwierigkeiten habe nicht nachzugeben, aber wir versuchen wie immer eine Bettlerkultur nicht zu unterstützen. Wir müssen bessere Wege finden ihnen zu helfen und ihre persönliche Situation zu verbessern.

 

We take a hitchhiking teacher for 40 kilometres, who tutors us a little on his country. Education is a high priority and most villages have a primary school. Secondary schools, however, are often far away and the pupils customarily need to sleep there through the week / year. The additional cost this entails means not too many can attend. He admits everything progresses far too slowly, but that it is possible to see continues improvements. We hope there are many more for this country, which has immediately won us over with its majestic peaks, glorious scenery and warm people who deserve more. We look forward to returning one day.

 

Wir nehmen einen trampenden Lehrer mit für etwa 40 Kilometer und er versucht uns ein wenig über sein Land zu unterrichten. Bildung hat hier eine hohe Priorität und fast alle Dörfer haben eine eigene Grundschule. Die weiterführenden Schulen sind jedoch oft weit entfernt und die Schüler sind daran gewöhnt dort in Schülerheimen die ganze Woche und die meiste Zeit des Jahres zu verbringen. Die zusätzlichen Kosten allerdings ermöglichen es nur einigen an dem Unterricht teilzunehmen. Er gab zu, dass sich die Dinge hier nur sehr langsam bewegen, aber es sei möglich stetige Verbesserungen der Situation festzustellen. Wir hoffen für dieses Land, dass es davon noch sehr viel mehr geben wird in den nächsten Jahren. Dieses Land hat uns mit seinen majestätischen Bergen, glorreichen Umgebungen und herzlichen Menschen sofort vollends eingenommen und diese Menschen haben wirklich besseres verdient. Wir freuen uns darauf hierher noch einmal zurückzukommen.

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