3 Scorpions and a Lion in Botswana

Botswana >> 23 Mar – 20 Apr >> 3,268 km

If Namibia bade farewell with tears, next morning, Botswana welcomed us with a huge sunshining smile! And for a brief month, we died and went to David Attenborough heaven. Like Namibia, Botswana has just over 2 million inhabitants, but its population density is slightly higher at 3.7 / km2, in Namibia it is just about 3: it looks like we might not be meeting too many locals!

We have two goals for Botswana: firstly, wildlife, wildlife, wildlife in as many parks as we have energy for – 38% of Botswana’s land is protected in some form or another – and money for – Botswana’s has always operated on the premise, High Revenue-Low Volume, which must surely be good for the environment, but with camping spots going for up to 50 USD per person per night and many of them being booked up a year in advance, it could get tricky. Secondly, cross the Kalahari Desert!

I’m not entirely convinced by the second goal, having read too many recommendations about needing a satellite telephone for emergencies, driving with at least one other car and because this year there has been much heavier rain than in the preceding years and many routes are simply impassable by car. Jens’s eyes are gleaming in anticipation!

 

Drei Skorpione und ein Löwe überqueren Botsuana

Während sich Namibia mit “Tränen” verabschiedete, empfing uns Botswana mit einem großartigen, sonnigen Lächeln! Und für einen kurzen Monat tauchten wir in die wundervolle Naturwelt des berühmten Michael Grzimek. Ähnlich zu Namibia, hat Botswana nur etwas mehr als 2 Mio Einwohner, allerdings liegt die Bevölkerungsdichte etwas höher mit 3,7 Einwohnern pro qkm, in Namibia sind es 3,0 – es sieht also wieder so aus, als würden wir auf nicht allzu viele Einwohner treffen!

Wir haben eigentlich nur 2 Ziele für Botswana:

Erstens: Tiere! Tiere! Tiere! So viele wie möglich sehen, in so vielen Wild Parks wie möglich, für die wir Zeit und Energie finden – 38% der Landesfläche sind in irgendeiner Form geschützt – und die wir uns finanziell leisten können – der Tourismus in Botswana lief immer schon auf der Prämisse, möglichst viel Umsatz mit wenigen Touristen, was sicherlich gut ist für die Umwelt, aber mit Campingplätzen, die bis zu 50 USD pro Person und Nacht kosten und teilweise über ein ganzes Jahr hinweg ausgebucht sind, könnte es für uns sehr schwierig werden.

Und Zweitens wollen wir die Kalahari Wüste durchqueren!

Von dem zweiten Ziel bin ich nicht wirklich sehr überzeugt, nachdem ich zu viele Empfehlungen gelesen hatte: zum Beispiel für Notfälle ein Satellitentelefon zu benötigen, oder mindestens ein Begleitfahrzeug zu haben und weil es in diesem Jahr wesentlich stärkere Regenfälle gegeben hatte als in den vergangenen Jahren und viele Routen derzeit einfach nicht passierbar sind für Fahrzeuge…

Die Augen von Jens dagegen, leuchten bereits in freudiger Erwartung!

 

In some National Parks you need a booked camping spot to be allowed entry, the Kagaladi Transfrontier Park, from the Mata Mata border post in Namibia is one, and of course we don’t have a booking. Maybe we’ll be turned away and have to make quite a diversion to enter Botswana. But you never know until you ask, so we rock up at the border and tell our sob story of long-term travel and how impossible it is to make long-term bookings. Fortunately, the friendly parks officer tells us to sit down while she makes some phone calls. At first she can’t get through: no connection: doesn’t seem to be too unusual. Looking at the close-up portraits of the wild animals on the walls keeps us entertained, until she gets through to the South African side: full, no chance at all. A further nail-biting 15 minutes go by and I consider fetching the map for an alternative route, then she comes back with a confirmation for the Botswana gate! GREAT! We can go!

 

In einigen National Parks benötigt man einen vorgebuchten Campingplatz um überhaupt hineingelassen zu werden. Der Kgalagadi Transfrontier Park mit seinem Eingangstor und gleichzeitigem Grenzübergang in Mata Mata, Namibia, ist ein solcher und wir haben natürlich keine Buchung. Vielleicht wird man uns abweisen und wir müssen einen riesigen Umweg machen, um in Botswana einreisen zu können. Aber das weiß man erst, wenn man nachgefragt hat, also tauchen wir morgens an der Grenze auf und erzählen die herzzerreißende Geschichte unserer Langzeittour und wie unmöglich es unter solchen Umständen ist langfristige Buchungen vorzunehmen. Glücklicherweise bittet uns die freundliche Parkangestellte uns erstmal hinzusetzten, während sie für uns ein paar Anrufe tätigt. Zunächst kommt sie nicht durch – keine Verbindung – und das scheint nichts ungewöhnliches zu sein. Das Studieren der großformatigen Nahaufnahmen von Wilden Tiere an den Wänden hält uns derweil beschäftigt – bis sie schließlich die südafrikanische Seite erreicht: alles voll, überhaupt keine Chance. Es vergehen weitere 15 nervenaufreibende Minuten und ich überlege gerade die Landkarte raus zu holen, um eine alternative Route zu erarbeiten, da kommt sie zurück mit einer Buchungsbestätigung von der botswanischen Seite, direkt am südlichen Eingang des Parks! Grandios! Wir kommen rein!

 

About 120 km, 6 hours and many animals later, just 15 minutes before the immigration office closes, we are stamped into Botswana and proceed to the Parks desk to try to make more campsite bookings. An almost breathless couple arrive shortly afterwards and are also allowed to enter, much to their relief. They arrive at the deserted, and almost abandoned campsite, which lacks water and is rather dilapidated, 10 minutes after us. They come across to say hello: Christoph, from Switzerland, and Sonia also Swiss, but originally from the Philippines. They’re in a Toyota the same colour as Bruce, only theirs is shorter and has a rooftop tent. Jens took to it immediately, especially because it’s so well-suited to off-roading. Best of all, she’s immediately introduced as “Geissli” meaning kid goat: very appropriate! The sky has just become a single, large, black cloud and the wind begins to whip up a gale. The heavens open briefly and we have to escape into Bruce together: the enforced, unfamiliar cosiness quickly brings laughter together and we all get on very well together, very quickly. Jens’ plan of crossing the Kalahari turns out not to be so unusual, Christoph also has his heart set on doing it. You can’t avoid it really, though you can cross some of the country on a tarred road: the Kalahari covers 84% of the country! Going along the tracks, through the parks, is one of those routes described as, “a remote area, only for experienced adventurers and best not risked alone” and we’ve just found our partners! We arrange to meet in 3 days, after our bookings with different routes in this first park, are completed. Once the shower has subsided the bright stars begin to twinkle and Christoph tells us he used to be into astrology. From now on, it’s the 3 Scorpions with Jens as Leo the Lion taking on the Kalahari and Botswana!

Etwa 120 km, 6 Stunden und viele Tierbegegnungen später und nur knapp 15 Minuten bevor der Grenzposten schließt, werden unsere Pässe am Grenzposten zu Botswana abgestempelt und wir gehen weiter zum Schalter der Parkaufsicht, um zu versuchen noch weitere Buchungen zu bekommen. Ein paar Minuten später kommt ein etwas atemloses Pärchen in das Gebäude und zu ihrer großen Erleichterung bekommen auch sie die Möglichkeit im Park zu übernachten. Etwa 10 Minuten nach uns kommen sie auf dem völlig leeren und etwas verwahrlosten Campingplatz an – es gibt kein Wasser und alles ist etwas baufällig. Dann kommen die beiden bei uns vorbei: Christoph und Sonia aus der Schweiz, wobei sie ursprünglich aus den Philippinen stammt. Die beiden fahren auch einen Toyota Landcruiser in der gleichen Farbe, allerdings die Version mit dem ganz kurzen Radstand und mit Aufbaudachzelt – Jens war sofort begeistert von dem Cruiser, weil er so besonders geländefähig ist – und er wird uns dann auch von den beiden als „das Geissli“ vorgestellt – ein wirklich passender Name. Während wir so quatschen verwandelt sich der Himmel in eine einzige, riesige, schwarze Wolke und der plötzlich entstehende Wind entwickelt sich schnell zu einem Sturm. Es gibt einen kurzen Schauer und wir flüchten zusammen in den Innenraum von Bruce: zwangsläufige und ungewöhnlich Gemütlichkeit entwickelt sich schnell zu gemeinsamen Lachen und es klickt sofort zwischen uns. Jens’ Plan die Kalahari Wüste zu durchqueren, scheint kein Einzelfall zu sein – auch Christoph hatte schon mehrfach mit dem Gedanken gespielt: die Kalahari bedeckt 84% des Landes! Die Routen, die durch die Parks führen, werden in der Regel wie folgt beschrieben „sie führen durch sehr abgeschiedene Gegenden, sind nur für erfahrene Abenteurer geeignet und man sollte es möglichst nicht riskieren diese alleine zu durchfahren“ – wir haben soeben unsere Reisepartner gefunden! Wir verabreden uns in drei Tagen wieder zu treffen – sobald unsere Buchungen für unterschiedliche Routen in diesem Park vorbei sind.

Als der Regenschauer sich verzogen hat, werden die strahlenden Sterne sichtbar und Christoph erzählt uns, dass er sich mal intensiv mit Astrologie beschäftigt hat. Ab sofort sind es die drei Skorpione mit Jens der Löwe, die die Kalahari und Botswana in Angriff nehmen!

 

The majority of parks and reserves in Botswana are unfenced, the animals are free to roam at will. Even the campsites don’t have fences: it’s just you and the animals together in the open countryside! When we arrive at our next Kgalagadi campsite, it’s next to one of the exit gates: interesting to note that the Park officials are fenced into their little area, we have paid for the privilege to be outside in “reality.” The day was long, over 10 hours driving and two-thirds were spent along a track marked as sandy, but is in fact awfully corrugated with only a dusting of sand over the top. And on this part: not a single animal in sight, only high grasses and some densely-packed bushes.

That night we are treated to the most incredible animal sounds, most of which we cannot identify, except the lion’s roar, so unmistakeable, so goose-pimple inducing, so totally incredible!

Die meisten Parks und Reservate in Botswana haben keine Zäune und die Tiere können also überall frei herumlaufen. Selbst die Campingplätze sind nicht eingezäunt: man ist also immer mit den Tieren zusammen in der freien Natur! Unser nächster Campingplatz im Kgalagadi Park liegt direkt an einem der Ausgangstore, dabei ist es interessant festzustellen, dass die Gebäude der Parkmitarbeiter umzäunt sind, wir hingegen zahlen für das Privileg außerhalb im Freien zu sein. Der Tag war sehr lang, mehr als 10 Stunden Fahrt und mehr als Zwei-Drittel der Strecke war eine als „sandig“ gekennzeichnet Piste – aber in Wirklichkeit ein heftiges Waschbrett, mit ein wenig leichtem Sand bestäubt. Und auf diesem Teil der Strecke haben wir praktisch kein Tier entdeckt – nur hohes Gras und viele dichte Büsche. In dieser Nacht bekamen die unglaublichsten Tiergeräusche zu hören und die meisten von ihnen konnten wir nicht identifizieren. Nur das Gebrüll eines Löwen war wirklich unverwechselbar und trieb uns die Gänsehaut den Rücken hoch – wirklich unglaublich!

 

This area of the Park is officially called Mabuasehube Game Reserve, and as in Namibia, we are struck by the beautiful colours of the grassy pans (dried-out pond or lake). No big predators around, but plenty of grazers: springbok, oryx, gnus. Arriving at our next campsite we are assisted by our next-door neighbours, situated far enough away so we can hardly hear them and definitely don’t see them. Ennui lying on their faces, they tell us there are no lions in the camp, but we should expect hyenas at night and that they like to steal their full 20 litre jerrycans of water.

As instructed, we make a fire in the evening and hang some fairy lights A-frame shelter (thanks Viv & Paul) to keep the ugly ‘coyotes’ at bay. Later that evening, we’re sitting by the fire, a little way off from the shelter and after a couple of beers, Jens goes off to pee nearby. It’s a pitch black night, no moon in sight and while chatting, we’ve been staring into the light of the fire. Jens gets up, leaves his torch behind and heads to the bush he’d earmarked in the twilight. Just as he’s in position, something BIG in front of him jumps backwards, about 2m away, in one leap! Jens jumps out of his skin! He has no idea what it might be, everything in front of him is black, he only knows it wasn’t small! He turned slowly to me and explained briefly what had happened. “Helen! Switch the torch on! Look around!” With the fright of his life, he heads off like a shot towards Bruce. I shine my torch and see two hyenas, heads down, thieving eyes dull, blue-grey joined by Jens’s third. I, on the other hand, am rather oblivious to any danger and stay at the fire and watch as the unperturbed trio scuffled onto the next campsite where they were greeted by the high-toned, angry hollers of the only lady in the party. Jens calls to me to join him in the car several times, ever more emphatically, until I finally give in. Shortly afterwards, the youngest member of their party very nicely came over to check we were ok and not worried etc, as he remembered we were first-timers. Note, he DROVE the 70m from their campsite to ours and stayed the whole time he was talking to us in his car! And this is a seasoned safarist: they are serious about the dangers with the animals! He added that hyenas aren’t really dangerous and it’s rather easy to shoo them off, only if they get too close it could be a different story – and Jens was only a few centimetres away; yikes!

 

Dieser Teil des Wildparks heißt jetzt offiziell Mabuasehube Game Reserve und wie bereits in Namibia beeindrucken uns besonders die wunderschönen Farben der grasigen Pfannen (ausgetrocknete Teiche oder Seen). Wir treffen zwar hier auf keine Raubtiere, aber es gibt eine Vielzahl von Grasfressern: Springböcke, Oryx, Gnus. Als wir an unserem nächsten Campingplatz ankommen, bekommen wir wissenswerte Unterstützung von unseren direkten Nachbarn, die ihr Lager zwar weit genug entfernt haben, so dass wir sie kaum hören können, aber glücklicherweise ausreichend weit entfernt, so dass wir sie zumindest nicht sehen können. Mit eindeutiger Langeweile in ihren Gesichtern erzählen sie uns, dass hier im Lager leider keine Löwen auftauchen, aber das wir mit nächtlichen Besuchen von Hyänen rechnen sollten und das diese zum Beispiel gerne ihre vollen 20 Liter Wasserkanister klauen!

Wir befolgten ihre Tipps, starteten unser Lagerfeuer kurz vor Dunkelheit und hingen ein paar Lichter (dank an Viv und Paul) an den Unterstand um die „Kojoten“ fern zu halten. Am späteren Abend saßen wir dann am Feuer, etwas abseits vom Unterstand und nach ein paar Bier verspürte Jens den Drang mal kurz ins Gebüsch verschwinden zu müssen. Es war stockfinstere Nacht, kein Mond in Sicht und wir hatten beim Reden die ganze Zeit in das helle Licht des Feuers geschaut. Er stand auf, ohne Taschenlampe und lief ein paar Meter in die Richtung, wo er in der Dämmerung noch einen kleinen Busch gesehen hatte. Just in dem Moment als er sich in Position gebracht hatte, sprang irgendetwas Großes – von direkt vor ihm – etwa zwei Meter weg von ihm – in einem Satz. Jens war total überrascht und hatte keine Ahnung was das gewesen sein könnte, weil vor ihm alles nur schwarz war. Nur durch das Geräusch des Sprunges wusste er, dass es nichts Kleines sein konnte. Er drehte sich langsam zu mir, sagte mir kurz was da gerade passiert war und bat mich darum mit der Taschenlampe die Gegend abzuleuchten. Als ich die Taschenlampe anschaltete, sahen wir sofort zwei Hyänen, mit gesenkten Köpfen und verstohlenen, blau-grau reflektierende Augenpaaren und sie bewegten sich langsam unbeirrt weiter zu ihrem dritten Kompagnon – derjenige, der fast von Jens getroffen worden war.

Jens erklärte, jetzt auf direktem Weg in Bruce zu verschwinden und ging ruhig und gradlinig direkt dorthin ohne sich wieder umzudrehen. Ich dagegen bin mir zunächst keiner besonderen Gefahr bewusst und bleibe am Feuer sitzen und beobachte wie sich das Hyänen-Trio langsam in Richtung des Nachbar-Campingplatzen bewegt, wo sie vom hochfrequenten Geschrei der Nachbarin empfangen werden. Derweil fordert Jens mich mehrfach und immer energischer auf doch bitte sofort zu ihm ins Auto zu kommen – schließlich gebe ich nach. Kurz darauf kommt netterweise der Jüngste der Nachbargruppe vorbei um zu sehen, ob bei uns alles in Ordnung ist und wir uns keine Sorge machen oder so – weil wir ja zum ersten Mal in einer solchen Wildnis übernachten. Hierzu eine Anmerkung: er kam die etwa 70 Meter von seinem Campingplatz zu unserem mit dem Auto und blieb darin sitzen, während er mit uns sprach! Und das sind erfahrene Safaristen – sie nehmen die Gefahren durch die Tiere offensichtlich ernst! Er erklärte zudem, dass Hyänen eigentlich nicht wirklich gefährlich sind und man sie recht leicht verscheuchen kann – nur wenn man ihnen zu nahe kommt, könnte etwas passieren – Jens sagt er stand nur wenige Zentimeter vor der Hyäne – Ui jui jui!

 

 

Our half-baked plan to meet up with the other 2 scorpions on our way to Khutse Game Reserve worked really well and here we had a huge experience with a lion (more on that to come in our next blog), then onto the third park on our Kalahari crossing, the Central Kalahari Game Reserve. More than half as large as Austria, this is the largest, most isolated protected area in Africa. The Kalahari is another of those misinterpreted deserts: it’s not the Sahara, pure, sand dune style, with no flora whatsoever. It’s semi-arid, full of squat grey-green bushes and thorny and acacia trees, sand replaces soil and in places it undulates regularly, traversing the dunes below the surface. What’s not misinterpreted is the heat: scorching through the day and grateful for the air-con, yet I sink under our feather duvet with delight at night.

The only sign of human life we see in 2 days are 2 small villages at the beginning of the track. A fence of tree branches encloses a number of grass-roofed, round, clay abodes, like nothing has changed over thousands of years. In the first of the 2 villages, a young lady speaking perfect English would like to sell us some souvenirs and in the second, an old lady trots over to say a very heartfelt hello – I’m even embraced and kissed on the hand! Then it’s only us, and at our camp that night, we really are totally alone in the middle of the Kalahari. We relish the thought. The grasses are pinks, greens and yellows and sway gently around the shoulders of a kudu lady on our arrival in the late afternoon.

Der grobe Plan uns irgendwo auf dem Weg zum Khutse Game Reserve wieder mit den beiden zu treffen, hat super geklappt und schon waren wir gemeinsam auf dem Weg dorthin (hier hatten wir ein unvergessliches Erlebnis mit Löwen, aber dazu mehr im nächsten Artikel) und direkt anschließend stand die Durchquerung der Kalahari im Central Kalahari Game Reserve an – mehr als halb so groß wie Österreich, ist dies das abgelegenste und einsamste Schutzgebiet von ganz Afrika. Die Kalahari ist eine dieser oft fehlinterpretierten Wüsten: sie hat nicht wie die Sahara ausgedehnt Sanddünen ohne jeglichen Bewuchs, sondern sie ist halbtrocken, voll mit einzelnen kleineren, grau-grünen Büschen und langdornigen Akazienbäumen. Das ganze wächst in hellem Sand der in leichten Wellen die Grundfläche der Landschaft bildet – es sind also eher flache, versteckte Sanddünen. Nur die Hitze kann man nicht wirklich fehlinterpretieren: brennend heiß am Tag mit über 50°C und wir sind mal wieder sehr froh, das wir eine Klimaanlage haben – dann aber nachts kühlt es stark ab und wir schlüpfen unter unsere Daunendecke und machen es uns gemütlich warm.

Während dieser zwei Tage treffen wir nur am Anfang der Strecke auf Anzeichen von menschlichem Leben. Wir finden zwei winzige Dörfer, in denen gelebt wird, wie vor Tausenden von Jahren. In den Sand gesteckte Baumstümpfe bilden einen kräftigen Schutzzaun um die strohbedeckten, runden Lehmhütten. In dem ersten Dorf kommt eine junge Frau zu uns und in perfektem English versucht sie ein paar Souvenirs zu verkaufen. Im zweiten Dorf kommt eine sehr alte Dame vorbei und begrüßt uns sehr herzlich – Helen wird sogar umarmt und auf die Hand geküsst. Ab der ersten Nacht campen wir dann in völliger Einsamkeit – nur wir 4, inmitten der Kalahari. Wir genießen diesen Gedanken. Die Gräser um uns herum bilden Rosa-, Grün- und Gelbfarbtöne und sie wiegen sich um die Schultern einer Kudu-Dame bei unserer Ankunft im Abendlicht.

 

Next morning at the first left turn the “fun” began. Over dunes, across a plateau with small trees, then into thick, dense bush. We wonder whether the small log lying over the turn-off was supposed to be a warning not to go down there. The next 150km took a ridiculous 11 hours as we moved fallen down trees off the track, hacked our way through bushes with our machete, or held them back until both cars were through. We groaned, inwardly or loudly, every time the screeeeeeeeeeeeeeeeech of branches scraped and scratched along the car. We got out of the car to clear the way at least 70 times that day. In 4 years of travelling in our Landcruiser, “Bruce”, this was the most painful track we have experienced! And again, like the trek through the Kgalagadi, not an animal in sight! Only Jens almost stood on a black snake, coiled up, hidden and motionless under a shady tree. Was it one of these ultra poisonous black mambas? At least we’ve got used to checking what’s around our feet before taking a step these days!

The final hour or so presented us with a very wide track, like one for a monster truck (which could be working in the nearby diamond mine), half as wide again as our Landcruisers. And deep, thick sand: this last section will have guzzled the fuel more than elsewhere and our tyre pressures are down to 0,8 bar to make sure we don’t get stuck. We also had to concentrate to keep going at the right speed with the setting sun dazzling our view. For Jens, maybe his rite of passage into sand driving, it was the toughest section to date, for Christoph, a baptism of fire!

At the end of the exhausting day, the nonplussed park officer confirmed we had taken the right turning over the log, but certainly no one had driven that track for at least two months!

Fortunately we had a couple of days in the park to enjoy the flora and fauna before collapsing, a happy heap, to rest, recover and review for a few days afterwards, in the northern town of Maun. But we’ve done it! The 3 scorpions and the Lion have crossed the Kalahari!

 

Am nächsten Morgen und nach dem ersten Linksabbieger fing der „Spaß“ erst richtig an. Über leichte Dünen und über ein Plateau mit kleinen Bäumchen geht es in den extrem dichten Busch. Wir überlegen beide, ob der dicke Ast, der an der Kreuzung quer über der Piste lag, uns mitteilen sollte, dass man hier nicht lang fahren soll?

Für den folgenden Teil der Strecke, ca. 150 km, brauchten wir sage und schreibe 11 Stunden – während derer wir gefallene Bäume von der Strecke ziehen, uns den Weg durch die Dornenbüsche mit der Machete freischlagen oder die Dornenzweige wegziehen mussten, bis beide Fahrzeuge sicher passieren konnten. Wir stöhnten innerlich oder laut, jedes Mal wenn wir das laute, fiese lange Kratzgeräusch an den Seiten und am Lack von Bruce hörten. Um den Weg frei zu räumen, mussten wir an diesem Tag mindestens 70 Mal aussteigen. Während der 4 Jahre, die wir jetzt schon mit Bruce unterwegs sind, war dies wohl die schmerzhafteste Strecke, die wir zu meistern hatten! Und wieder, wie bereits schon im Kgalagadi Park, haben wir am ganzen Tag kein einziges Tier zu Gesicht bekommen! – Nur Jens wäre beinahe beim Herumsteigen um das Auto auf eine schwarze Schlange getreten, die im Kreis geringelt, versteckt und bewegungslos im Schatten eines Busches lag. War das vielleicht eine dieser ultra-giftigen schwarzen Mambas? – Zum Glück haben wir es uns unter anderem angewöhnt den Boden immer erst genauer abzusuchen, bevor einen Schritt machen.

Während der letzten Stunde veränderte sich die Strecke zu einer viel breiteren Spur (1 ½ Mal so breit, wie die Spur unseres Land Cruisers) von großen schweren Monster Trucks (die hier vermutlich durchfahren um zur nahegelegenen Diamantenmine zu gelangen) und der Sand wurde viel tiefer und weicher. Der Dieselverbrauch muss auf diesem Teil enorm angestiegen sein und unser Reifendruck lag jetzt nur noch bei 0,8 Bar um hier durchkommen zu können. Wir mussten uns darauf konzentrieren die richtige Geschwindigkeit beizubehalten und die untergehende Sonne beeinträchtige unsere Sicht. Für Jens vielleicht das Übergangsritual zum ernstzunehmenden Sandfahrer, für Christoph eine Feuertaufe.

Später erfahren wir am Ende unserer Strapazen von dem überraschten Parkwächter, das wir tatsächlich die richtige Piste gefahren waren, aber daß seit bestimmt zwei Monaten niemand mehr hier durchgekommen war und sich vermutlich deshalb auch niemand mehr um den Zustand der Piste gekümmert hatte.

Zum Glück hatten wir anschließend zwei Tage Aufenthalt im Park und viel Zeit ausschließlich Fauna und Flora zu genießen, bevor wir dann anschließend in der Stadt Maun Ruhe suchten, um uns als glückliche Truppe auszuruhen, zu erholen und das ganze Erlebte erst mal zu verarbeiten. Aber wir haben es tatsächlich geschafft! The 3 Scorpions and the Lion haben die Kalahari durchquert!

 

 

Building an enormous contrast to the dry desert of the Kalahari, northwest of Maun, spreads the vast, world-renowned Okavango Delta, particularly wet this year after heavier rains than usual. There, in the Moremi Game Reserve and Chobe National Park to the north, there’s such an abundance of wildlife as we’ve never seen before. We’ll tell you about them in the next two, shorter (!) updates. We hope you’ll stay with us!

Das weltbekannte Okavango Delta dehnt sich nordwestlich von Maun aus und bildet mit seinen ausgedehnten Feuchtgebieten einen riesigen Kontrast zur Kalahari. Direkt nördlich liegen der Moremi und der Chobe National Park und sie bieten eine bisher ungesehene Fülle von Wildtieren – über all das berichten wir in unseren nächsten beiden, kürzeren (!) Updates. Wir hoffen Ihr bleibt dabei!

 

Tripline is up to date, if you want to know how far we really are!

 

 

 

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3 thoughts on “3 Scorpions and a Lion in Botswana

  1. Aiaiai.. Da hat der arme Bruce ja ganz schön gelitten!! Wir sind schon sehr gespannt wie es weiter geht. Passt bitte gut auf Euch und die Hyänen auf.. Liebe Grüße!

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