The Colours of Namibia

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10 Feb-23 Mar + 13-15 Apr >> Namibia >> 3,912 km

We unexpectedly arrived in Namibia by boat! A little punt pulled us across the Orange River (which starts 2,000km away in Lesotho!) powered by a small outboard engine. The young botanist at the National Park gate on the South African side was all animated talking about the amount of rain that had fallen recently and promised us we were in for a special spectacle. We start to get excited about visiting our third country on the continent.

 

I had no preconceptions of Namibia. This trip is quite the opposite of our Asian tour and we are only reading information on each country shortly before we get there, if at all, sometimes we’ve only prepared for the border crossing. Hence, I am totally unsure as to what to expect, except that it is big: twice the size of Germany, with particularly few inhabitants: 2.3 million, more or less the same as Cape Town. And I know it has dunes, as Jens wants to paraglide there with Micha and somehow I have an inkling it’s dry.

 

Die Farben Namibias

Überraschender Weise erreichten wir Namibia per Boot! Eine Minifähre mit Außenbordmotor brachte uns über den Fluss Orange (der in Lesotho entspringt!). Zuvor hatten wir einen jungen Botaniker am Ausgangstor des Nationalparks getroffen, der vollends begeistert war von den starken Regenfällen der letzten Tage und er versprach uns, dass wir ein sehr seltenes Naturspektakel in Namibia zu Gesicht bekommen würden. Wir sind schon ganz aufgeregt das dritte Land dieses Kontinentes zu besuchen.

 

Ich hatte keine vorgefasste Meinung zu Namibia. Bei dieser Reise läuft alles ganz anders als bei unserer Asientour: wir lesen immer nur kurz bevor wir einreisen etwas über das nächste Land – wenn überhaupt, manchmal haben wir uns allenfalls auf die Grenzüberquerung vorbereitet. Von daher habe ich keine Ahnung was uns erwartet – außer dass es ein großes Land ist (etwa doppelt so groß wie Deutschland) und nur besonders wenige Einwohner hat – 2,3 Millionen, also ungefähr so viele wie Kapstadt. Und ich weiß, dass es hier Dünen gibt – denn Jens will hier mit Micha Gleitschirm fliegen. Und ich habe eine leise Ahnung, dass es hier trocken ist.

 

 

There are different styles of dry. There’s Moon Valley, particularly dramatic with yellow sands and black minerals, Blutkoppe, where we had the whole area all to ourselves at night, hemmed in by high, rounded rocks that would probably take an hour to climb or Archer’s Rock, which along with the threatening storm made for some nice shots of Bruce. The sunset across the savannah at Gecko campsite is straight from “Out of Africa” and despite the trees, it’s really rather an arid landscape.

 

Es gibt verschiedene Varianten von trocken. Es gibt das Mondtal, besonders dramatisch mit gelbem Sand durchmischt mit schwarzen Mineralien; die Blutkoppe, wo wir die gesamte Szenerie für eine Nacht für uns alleine hatten – umgeben von hohen, abgerundeten Felsen, für die man vermutlich 1 Stunde Aufstiegszeit benötigen würde; oder der Bogenschützen-Fels, der mit einem herannahenden Gewitter im Hintergrund ein gutes Motiv für ein paar Schnappschüsse mit Bruce im Vordergrund bot. Der Sonnenuntergang über der Savanne am Gecko Campingplatz kommt direkt aus „Out of Africa“ und trotz der Bäume ist es eher eine trockene Landschaft.

Don’t forget to click on the first photo in each gallery and see them 1 by 1: much better viewing!

 

A severe weather alert meant we had to amend our route a little. The lady we hired Sandra’s car from was in a tizz with preparations for rain and wind at the end of a cyclone, which had headed in from Mozambique. Radio stations were advising buying food for 4 days and she had 2 What’sApp groups running with commentaries and advice. So we landed in Swakopmund on the coast, where it’s foggy and cool in the mornings and damp in the evenings, on account of the Atlantic Ocean, which is generally too cold to swim in here! But the fish restaurants, with views onto the crashing waves and sunsets are, are fantastic and we could never resist.

 

Aufgrund einer Schlechtwetterwarnung, mussten wir unsere geplante Route etwas umstellen. Die Dame, von der wir das Fahrzeug für Sandra mieteten, war in heller Aufregung mit Vorbereitungen für die zu erwartenden Regenfälle und Winde, die ein sich abschwächender Zyklon mit sich bringen sollten, der geradewegs von Mosambik quer über den Kontinent wanderte. Die Radiostationen gaben den Rat Nahrungsvorräte für 4 Tage einzukaufen und sie hatte zwei WhatsApp-Gruppen, in denen laufend Ratschläge und Kommentare zu dem Thema kommuniziert wurden. Also fuhren wir zunächst nach Swakopmund an die Küste, wo es aufgrund des hier sehr kalten Atlantiks morgens neblig und kühl und abends feucht ist! Aber die Fischrestaurants hier mit Blick auf die Brandung und Sonnenuntergang sind grandios und wir konnten einfach nicht davon ablassen.

 

 

This year’s wet season actually brought rain: a lot by Namibian standards, unlike in some recent years, where the country has been plagued by drought. We’re caught by surprise at how green, this otherwise arid ground can be and the vines producing grapes for juice are leafy green and succulent; after just 3 hours in the country there’s a short thunderstorm with bright lightening and sharp claps of thunder and just outside Windhoek to meet Sandra and Tom, all around us it’s high plateau (ca. 1,500m), verdant, hilly countryside (I hadn’t expected hills either): deep, fresh green and now and again some swathes of yellow dots: a seasonal flower, which blooms only for a shot time to then quickly be overrun by the ensuing, growing grass.

 

Die Regensaison in diesem Jahr brachte tatsächlich Regenfälle mit sich – und sogar besonders viele für hiesige Verhältnisse – in den letzten Jahren wurde das Land stattdessen von Dürren geplagt. Es war für uns sehr überraschend zu sehen, wie grün diese sonst so trockenen Landschaften sein können – die Reben produzieren hier Trauben für die Saftproduktion und erstrahlen mit grünen, fleischigen Blättern. Bereits nach nur drei Stunden in diesem Land treffen wir auf ein erstes kurzes Gewitter mit heftigem Blitz und Donner.

Auf dem Hochplateau um Windhuk in ca. 1500m Höhe dagegen sind wir von üppig bewachsenen Hügeln umgeben (mit Hügeln hatte ich auch nicht gerechnet), als wir Sandra und Tom abholen – ein tiefes dunkles Grün und ab und zu ein Teppich mit gelben Punkten darin: saisonale Blümchen, die nur für sehr kurze Zeit erblühen und bald von dem schnell wachsenden Gras überwuchert werden.

 

 

The fresh yellow continues throughout our trip with Sandra and Tom and we gasp in delight at the contrasts around us: the burnt red soil hiding under green grasses and yellow ponds of flowers. Beautiful!

 

Das frische Gelb begleitet uns während der gesamten Zeit mit Sandra und Tom und wir erfreuen uns der Kontraste, die diese um uns herum bieten – rot gebrannte Erde liegt versteckt unter grünem Gras und gelben Blütenteppichen. Wundervoll!

 

 

 

Deep orangey-red sand is the manifestation of the heat in the desert and creates the most remarkable dunes we’ve ever seen. They are deceptively high and my attempt to climb Big Daddy, at 350m one of the highest in the world, from the wrong side, with a hangover, ended, of course, in failure after about two-thirds of the way. The view was panacean: I was surrounded by burning red sand, looking across and behind to further dunes – an endless ocean of them – while way down below the creamy, dried and cracked clay defines where the water once flowed and the dead camel thorn trees form black, contorted, fantastical figures.

 

Tief orange-roter Sand ist die Manifestierung der Hitze in der Wüste und er bildet die beeindruckendsten Dünen, die wir je gesehen haben. Sie wirken kleiner, als sie in Wirklichkeit sind und mein Versuch Big Daddy (mit 350m Höhe eine der höchsten Dünen der Welt) vom falschen Ende her zu besteigen, mit einem Kater, scheitert natürlich kläglich nach etwa zweidrittel des Anstieges. Der Blick von dort oben war allerdings sehr heilend: Ich war umgeben von brennendem, roten Sand und konnte über und hinter weitere Dünen schauen – ein endloser Ozean von riesigen Dünen – während direkt tief unterhalb von mir der kremfarbene, trocken und gebrochene Tonboden die Stelle hervorhebt, wo einst Wasser stand und die abgestorbenen Akazienbäume bilden schwarz konturierte, fantastische Figuren.

 

 

 

Spitzkoppe is special, perhaps spiritual, maybe mystical, a certain presence I can’t describe. There wasn’t an earth-shattering revelation here, just an intense feeling of being at peace with the world. The boulders are smooth, round, reddened peaches flowing into their surreal surroundings, the setting sun as picturesque as it gets and the camps so far away from each other, and pretty empty anyway, you almost feel alone in the universe. It’s bush camping with facilities: curtained off “long drop” toilets (use your imagination), waste recycling apparently collected by a man on a donkey and attractive (no kidding!), outdoor, hot, natural stone showers at the entrance.

 

Die Spitzkoppe hat etwas ganz spezielles, vielleicht spirituelles, eventuell mystisches – eine gewisse Präsenz, die ich nicht wirklich beschreiben kann. Es gab hier keine weltverändernde Offenbarung – nur ein intensives Gefühl im Frieden mit allem zu sein. Die riesigen Felsen sind weich abgerundet und wirken wie gerötete Pfirsiche, die mit ihrer surrealen Umgebung verfließen. Die Sonnenuntergänge sind so bildgewaltig, wie es nur geht und die Stellplätze liegen so weit voneinander entfernt, und sind meist sowieso leer, dass man sich fast wie allein im Universum fühlt. Hier erlebt man Bush-Camping mit Ausstattung: Plumpsklos hinter Sichtschutzwänden, Mülltrennungscontainer, die regelmäßig von einem auf einem Esel reitenden Mann geleert werden und wirklich attraktive, heiße Freiluft-Duschen aus Naturstein am Eingang zum Park.

 

 

 

 

Namibia has a road network traversing 44,138 km but only ca. 6,000 km are paved. There are some off-road stretches, but the majority of the thoroughfares are gravel and most of them are in an excellent condition. We reduce our tyre pressure accordingly and sometimes engage 4WD for extra traction if necessary, then for the most part travel in comfort and ease at 80 to 100 km/h, slowly only for oncoming traffic.

The one road that is in a particularly corrugated state and shakes your bones until your fillings drop out, is the D707, a revered tourist track we didn’t want to miss: red dunes, vast, arid zones on one side, dry rock faces forming hills on the other and over and above, pristine, starry skies. But I have to say I actually slightly preferred a road just before that, which runs parallel to the Namib Rand Nature Reserve. White gravel road, red soil layer ahead, green mixing in on top and some white stripes on top before you hit the clear blue sky. How the desert awakened by the rain is exceptional, but on our maiden trip to Namibia, we’re never quite sure if this is commonplace or due to the unusually wet season.

 

Namibias Straßennetzwerk misst insgesamt 44,138 km, aber nur ca. 6000 km davon sind asphaltiert. Es gibt einige Offroad-Strecken, aber der Hauptteil besteht aus durchgängigen Pisten, die meist in exzellenten Zustand sind. Wir reduzieren entsprechend den Luftdruck unserer Reifen, nutzen oftmals unseren Allradantrieb um die Traktion zu verbessern und fahren meist problemlos und komfortabel mit einer Geschwindigkeit zwischen 80-100 km/h – langsamer nur bei kommenden Gegenverkehr und wir so etwaigen Steinschlag verhindern wollen.

Eine besonders heftige Waschbrettpiste, die deine Plomben herausfallen lässt, ist die sehr verehrte D707 und diese konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen: rote Dünen, weite harsche Zonen formen die eine Seite und trockene Felswände bilden Hügel und Berge auf der anderen Seite – zudem äußerst klare Sternenhimmel. Allerdings muss ich ehrlich gesagt gestehen, dass mir ein Straßenabschnitt vorher noch etwas besser gefallen hat – er läuft parallel zum Namib Rand Natur Reservat. Weiße Schotterpiste, vor uns Lagen von roter Erde, Grüntöne mischen sich ein an der Oberfläche und weiße Streifen zeigen sich am Übergang zum klaren blauen Himmel. Wie die Wüste durch die Regenfälle erwacht, ist wirklich einmalig! – Weil dies aber unser erster Besuch Namibias ist, sind wir uns nicht sicher, ob es hier meist zu dieser Zeit derart bunt zugeht, oder ob es die ungewöhnlich starken Regenfälle in diesem Jahr waren, die diese Farbenpracht entstehen ließ.

 

 

Finally, a few weeks later, arriving from Botswana, we return to Namibia in the very north-east of the country, to its panhandle, the Caprivi strip. It’s completely different to the arid scenes of the rest of the country: tropical, humid and deep, dark green. We camp on the Kwando River in Bwabwata National Park, at one of our nicest campgrounds so far, (we’ve almost given up looking for bush-camping spots) and hear the hippos grunting at night, see them bathing and grazing next day. Contributing to the exotic is the “Sausage Tree” (Kigelia), whose fruit dangle from the branches on the thinnest of strands, can be up to 2 feet long and weigh about 7kg each. Unsurprisingly, they look like sausages. We knew when we parked the car where we did, that these sausages looked rather menacing, but too lazy to move the car, we protected Bruce by lying our long cushions on the bonnet. At 4am there’s a thud awakens me briefly and when it’s light, we discover the damage: clever sausage hit Bruce’s unprotected windscreen, not the bonnet!

 

Ein paar Wochen später schließlich, als wir nochmals kurz von Botswana aus einreisen und so in den nordöstlichsten Teil Namibias vordringen, dem sogenannten Caprivi Zipfel, der auf der Landkarte wie ein Griff einer Bratpfanne wirkt. Diese Gegend zeigt sich völlig anders zu den trockenen Szenen des restlichen Landes: tropisch, feucht und tief, dunkles Grün. Wir finden einen der schönsten Stellplätze bisher in Afrika, auf einem Campingplatz (wir haben es fast aufgegeben nach Stellplätzen in der Wildnis zu suchen) im Bwabwata National Park entlang des Kwando Flusses und direkt am Flussufer. Wir hören wie die Nilpferde nachts grunzen und sehen ihnen am nächsten Tag beim Baden und Grasen zu. Einen zusätzlichen exotischen Touch erzeugt der riesige „Leberwurstbaum“ (Kigelia) an unserem Stellplatz, dessen wurstförmigen Früchte an dünnen Fäden von den Ästen herunterhängen. Diese Früchte werden bis zu etwa 60cm lang und können 7kg schwer werden. Wir wussten, das der Platz an dem wir für die Nacht parkten, die Würste recht bedrohlich wirkten – aber wir waren dann doch zu faul um das Auto umzuparken und bedeckten stattdessen die Motorhaube mit unseren langen Sitzpolstern um Bruce zu schützen. Um etwa 4 Uhr morgens werde ich kurz von einem dumpfen Geräusch geweckt und als es hell wird entdecken wir den Schaden: das schlaue Würstchen hat nicht die Motorhaube getroffen, sondern unsere Windschutzscheibe!

 

The national flag actually epitomises the particular colours we experience here. Even though it was designed with completely different meanings, for us they are the blue of the sky, the yellow of the flowers, the surprising green in the desert and the red of the soil, the dunes and Spitzkoppe.

After six weeks’ visit, Namibia was sad to see us go and the day we left, big fat teardrops fell from the clouds and splashed onto the ground around us. The feeling was quite mutual.

 

Die Nationalflagge zeigt die speziellen Farben auf, auf die wir hier in unserer Umgebung immer wieder treffen – obwohl diese eigentlich aus völlig anderen Gründen bei der Entwicklung gewählt wurden. Für uns allerdings steht Blau für den Himmel, Gelb für die Blumenteppiche und Rot für die Erde, die Dünen und die Spitzkoppe.

Nach sechs Wochen Besuch war Namibia traurig uns gehen zu sehen und am Tag unserer Ausreise liefen große Tränen aus den Wolken und platschten auf den Boden um uns herum. Dieses Gefühl war durchaus beiderseitig.

 

 

 

 

 

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4 thoughts on “The Colours of Namibia

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