Taking a closer look at South Africa

South Africa >> 5 Jan – 9 Feb >> 4,400+ km
“Yes, but you have to prove that you will be leaving the country within the allotted time.” We’re at the airport in Cape Town, having flown in from our short pre-Christmas interlude in Europe, and the border guard repeats her sentence for a third time. And for the third time we repeat we don’t have any proof, we can only tell her of our plans. Going round in circles is pointless and she seeks support from her boss. We’re not too worried, but we are surprised. We hadn’t even considered rules or guidelines that, strictly speaking, you need to show your onward tickets to be allowed to enter the country; it hadn’t happened on the other occasions. So we have to sit it out. Fortunately for us, our pictures and stories and link to this blog are enough to persuade the immigration officials that we really would be leaving the country within the permitted 90 days. After almost an hour in the queue after leaving the plane to arriving to the desk, to another 45 minutes explaining our intentions to the official, her boss and her boss above, we were allowed back into South Africa, phew!

With Bruce now sporting tinted windows and looking very dashing indeed, we finally set off on our African adventure on 5 January 2017 and head for the southernmost point on the continent. We’re shocked by the information given by some well-journeyed, international travellers that at least 75% of our time will be spent on campgrounds: either the areas aren’t safe, or there is simply no access to the countryside, with hundreds of thousands of kilometres of land being fenced in! Whether this is to keep wild animals in or wild people out, we have no idea, but definitely in my next life I’d like to be manufacturer and merchant of wire fencing in South Africa: I’ll probably be as rich as Bill Gates. But for now, we wonder whether we’ll be able to spend nights under the sky, just us with Mother Nature.

 

Tiefere Einblicke – Südafrika

„Ja, aber Sie müssen belegen können, dass Sie das Land während des erlaubten Aufenthaltes wieder verlassen.“ Wir sind gerade am Flughafen in Kapstadt angekommen – nach unserem vorweihnachtlichen Kurzaufenthalt in Europa – und die Grenzbeamtin wiederholt die Satz gerade zum dritten Mal. Und zum dritten Mal antworteten wir, dass wir keine Belege haben – wir können ihr nur von unseren weiteren Reiseplänen erzählen. Wir hatten uns noch nicht einmal ansatzweise mit den Regeln einer Wiedereinreise beschäftig; normalerweise muss man ein Ausreiseflugticket vorzeigen, um in das Land einreisen zu können – bei der letzten Einreise hatte niemand danach gefragt. Also mussten wir die Situation geduldig aussitzen. Glücklicherweise reichen unsere Fotos, Geschichten und der Link zu diesem Blog aus, um die Grenzbeamtin davon zu überzeugen, dass wir wirklich das Land innerhalb der nächsten 90 Tage wieder verlassen werden. Nachdem wir zuerst über eine Stunde in der Schlange gestanden hatten, und dann weitere 45 Minuten lang damit verbrachten unsere Intentionen den Offiziellen zu erklären, ihrem direkten Vorgesetzten und Vorgesetzten dieser Person, wurden wir schließlich doch wieder ins Land gelassen. Puh!

Am 5 Januar starten wir nun endlich unser Afrika Abenteuer und Bruce hat jetzt dunkel getönte Scheiben und sieht damit noch verwegener aus als zuvor. Zunächst sind wir geschockt von den Informationen, die wir von anderen weitgereisten Overlandern erhalten – wir werden vermutlich mindestens 75% aller Übernachtungen hier auf Campingplätzen verbringen? Entweder sollen manche Gegenden nicht sicher sein zum Wild-Campen oder es gibt meist überhaupt keinen Zugang zur freien Natur; weil hunderttausende von Kilometern Land eingezäunt sind! Ob es nun dazu dienen soll wilde Tiere drinnen zu halten oder wilde Typen draußen – keine Ahnung, aber in meinem nächsten Leben werde ich auf jeden Fall Hersteller und Händler von Drahtzäunen in Südafrika: dann werde ich vermutlich so reich wie Bill Gates. Aber jetzt fragen wir uns erstmal, ob wir hier überhaupt wieder die Gelegenheit bekommen werden unsere Nächte alleine in der Natur und unter dem Sternenhimmel zu verbringen?

 

The Klein Karoo (not Kangaroo as I usually read it!) seems expansively monotonous at first. Yet on closer inspection it is full of colourful, endemic, and for us exotic plant life. It offers us a plethora of mountain passes, and we crisscross over tar, gravel and mud, admiring splendid views across the endless countryside. We bump over the Oxwagon Trail, instilling us with a sense of history of the colonising pioneers 150 years ago, as we trace the routes the farmers and post took to get from the coast to the main route traversing the country inland.

Later, driving through Baviaanskloof (Baboon Valley) from West to East was a recommendation that pleased us immensely and we spent a day driving alone through unspoiled nature, glimpsing our first oryx, kudu and buffaloes on the continent. The valley also lived up to its name, with plenty of baboons and other monkeys, who are all rather more shy than we expected. While we’re sure there are closer encounters ahead of us on our trip, we’re euphoric about everything: the plants, the animals and the offroading: brilliant!

 

Klein Karoo (nicht Kangaroo, wie ich es normalerweise lese) scheint zunächst ausgedehnt monoton zu sein. Allerdings bei genauerer Betrachtung zeigt sich eine Pflanzenwelt voller Farben, oft endemisch und für uns exotisch. Die Gegend bietet uns eine Fülle an Bergpässen und wir fahren über Asphalt, Geröll und Matsch und bewundern dabei die weiten Ausblicke über die endlose Landschaft. Wir stolpern unter anderem über die Ochswagen-Wege, die uns ein gewisses Verständnis für die Pioniere der Kolonialzeit vor etwa 150 Jahren einträufeln, während wir den alten Routen der Farmer und der Post folgen um von der Küste zu den Hauptinlandsstraßen zu gelangen und durchqueren dabei das nahe Bergland.

Später folgen wir einer Empfehlung, über die wir im Nachhinein wirklich sehr dankbar sind, und durchfahren das etwa 200km lange Baviaanskloof (Tal der Paviane) von Westen nach Osten. Wir fahren einen vollen Tag durch unberührte Natur, erhaschen unsere ersten Blicke auf Oryx, Kudu und Büffel auf diesem Kontinent. Und der Name dieses Tales ist durchaus zutreffend – wir sehen viele Paviane und andere Äffchen, die sich als wesentlich scheuer herausstellten, als wir es erwartet hatten. Während wir uns sicher sind, dass wir noch viel dichtere Begegnungen haben werden während unserer Reise, sind wir doch euphorisch über alles: die Pflanzen, die Tiere und das Offroad-Fahren – grandios!

 

The 12km long Paradise Ridge outside Wilderness on the Garden Route is a must, whether it’s for paragliding or for listening to Jacques, who can regale his listener for hours with many amusing tales, but particularly funny were his anecdotes about driving the Magic Bus from Amsterdam to Kathmandu in the early 1970s. Looking at Jacques now, outwardly, a strong bull of a man, hiding a gentle giant; wide, builders’ hands, longish grey hair, pulled back into a pony tail; long, thick, frizzy Santa Claus beard, though too grey and maybe even hinting at tobacco-stained to be the real thing; dark glasses, bare feet and a shortness of breath that can only come from such a lifestyle, you can immediately place him back in those fun, adventurous, hazy days.

Probably just on the other side of legal, but with never an ill intention, he bluffed his way over borders, travelled on a friend’s second British passport for a while, whose mother vouched for his identity when called by an ambassador, entered Turkey with 40 bottles of whisky in the hold using everyone else’s allowance, along with an impressive collection of Playboy magazines ready to hand out as presents to police at checkpoints and guards at border posts where necessary for the rest of the journey, which seem to have generally worked a treat.

His land also has a 4×4 trail on it with a hill trek known as “F-ugly” and I took my very first deep sand driving turns with Bruce! Exciting but also good preparation for our future adventures in Africa, thank you, Jacques!!

 

Paradise Ridge, die 12km lange Dünenklippe in der Nähe des Ortes Wilderness an der Gartenroute, ist Pflichtprogramm – egal ob zum Gleitschirmfliegen oder um Jacques zu besuchen, der einen mit seinen Geschichten für viele Stunde bestens unterhalten kann – besondere lustig waren seine Anekdoten aus den frühen 70er Jahren, als er den „Magic Bus“ viele Male von Amsterdam nach Kathmandu gefahren ist. Heutzutage ist Jacques ein starker Bulle von einem Mann, der in sich einen sanften Riesen verbirgt; breit gebaut; riesige Hände eines Arbeiters; graues Haar, das hinter dem Kopf zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden ist; einen langen, dicken, wuscheligen Weihnachtsmann-Bart – allerdings vielleicht dafür etwas zu grau und mit ersten Anzeichen von Tabakverfärbungen, um wirklich echt zu sein; dunkle Sonnenbrille; barfüßig und etwas kurzatmig – was wohl von dem Lebensstil herrührt, in dem man sich ihn sofort wieder vorstellen kann: spaßige, abenteuerliche und benebelte Zeiten.

Vermutlich leicht auf der anderen Seite der Legalität, aber ohne jegliche schlechte Absichten, schaffte er es auf ungewöhnliche Weise über Grenzen, die ihm sonst verwehrt worden wären: zum Beispiel nutzte er zeitweise den Zweitpass eines britischen Freundes, dessen Mutter sich für die Echtheit verbürgte, als sie von einem Botschafter zur Überprüfung angerufen wurde; er reiste in die Türkei ein mit 40 Flaschen Whiskey im Gepäck und nutzte dabei die pro Kopf Limits aller mitreisenden Gäste aus und zusätzlich eine beeindruckende Sammlung von Playboy-Magazinen – alles um gerüstet zu sein Polizisten an Straßenkontrollen und Beamte and den Grenzkontrollen bei gegebenem Anlass zu beschenken, in der Hoffung jegliche Verzögerungen oder Unannehmlichkeiten auszuschließen und dies gelang natürlich in der Regel.

Auf seinem ausgedehnten Grundstück in den Dünen gibt es zudem eine Offroad-Trainingsstrecke mit dem weit bekannten Steilanstieg namens „F-ugly“ und ich unternahm hier meine ersten Tiefsandfahrten mit Bruce! Spannend, aber auch eine gute Vorbereitung für unsere zukünftigen Abenteuer in Afrika, vielen Dank, Jacques!!

 

Hiking in the Drakensberge is not for the unsure-footed, faint-hearted or in the rain! The path up from Sentinel car park at Witsieshoek is narrow and rocky, but not too steep. On occasion you have to clamber over some boulders: if you lost your grip you’d slither a long way down to the valley floor! The white, wispy clouds swirl around us, not a speck of blue sky to be seen. We continue upwards, ignoring the viewpoints off-track: white walls of cloud aren’t worth the additional energy expenditure. The chain ladders assist on the last vertical, so everyday ramblers like us can make it to the summit without crampons or ropes. They’re only fixed at the top, so they creak and scrape along the rock face as your weight moves them. I recognise an exceptionally unusual inner fear slowly emanating from Jens, brought on by some worrying memory from his army days. Rung after rung, hand up, foot up, hand up, foot up, remember to breathe, we make it! Just cross the plateau to finally arrive at the Amphitheatre edge, to be rewarded with an endless view of …white, swirling cloud! Now it’s hovering below us, while above us, at long last, our bright blue sky. It’s from here the second highest waterfall in the world falls down several levels. About 1,000m down a green funnel, though we can only vaguely make out the outline of the first couple of steps. At least the return walk isn’t too short and after a picnic lunch we eventually gain commanding views of this lofty, majestic ridge, even grander than imagined and we have to take care not to fall over backwards, or forwards, in awe! With a second walk under our belts we can safely label the area and hiking as stupendous!

 

Das Wandern in den Drackensbergen ist nichts für Leute, die etwas unsicher auf den Beinen sind, oder zaghaft oder im Regen! Der Wanderweg hoch vom Sentinal-Parkplatz bei Witsieskoek ist schmal und zum Teil felsig, aber nicht zu steil. Von Zeit zu Zeit muss man über ein paar Felsen klettern: wenn man dabei seinen Halt verlieren würde, würde man tief hinab in die Talsohle poltern! Die feinen, weißen Wolken wirbeln um uns herum – kein Hauch von blauem Himmel zu erkennen. Wir gehen weiter bergauf und ignorieren die Aussichtpunkte abseits des Weges: die weißen Wolkenwände sind es nicht wert die zusätzliche Energie aufzubringen. Die Stahlkettenleiter hilft uns dabei die letzte Vertikale zu erklimmen, so dass Alltagswanderer wie wir es bis zum Hochplateau schafften – ohne Steigeisen oder Leinen. Die Leitern sind nur am oberen Ende befestigt und sie rutschen und kratzen an der Felswand beim hinaufsteigt und wenn sich unser Eigengewicht neu verteilt. Ich bemerke wie langsam eine außergewöhnlich seltene innere Angst von Jens ausströmt, die wohl von Sorgen bereitenden Erinnerungen seiner Bundeswehrzeit stammen. Stufe für Stufe, Hand hoch, Fuss hoch, Hand hoch, Fuss hoch, vergiß nicht zu atmen – und wir haben es geschafft! Wir müssen nur noch kurz ein Stück des Plateaus überqueren und stehen dann endlich an der steilen Kante des Amphitheaters und werden belohnt von einer endlosen Aussicht auf … weiße, wirbelnde Wolken! – Jetzt sind die Wolken allerdings unter uns und über uns zu guter Letzt erstrahlt zumindest der blaue Himmel. – Von hier stürzt der zweithöchste Wasserfall der Welt über mehrere Absätze etwa 1000m hinab in einen grünen Trichter, allerdings können wir nur kurz schemenhaft die ersten beiden Absätze erkennen.

Auf dem nicht zu kurzen Rückweg werden wir dann nach unserem Picnic doch noch mit fantastischen Ausblicken auf diese beeindruckende und majestätische Gebirgskante belohnt – noch ausgedehnter als in unseren Vorstellungen und wir müssen aufpassen nicht vorwärts oder rückwärts umzufallen vor lauter Ehrfurcht!

Nach zwei ausgiebigen Wanderung in dieser Umgebung, können wir diese Gegend getrost als wirklich umwerfend bezeichnen!

If we thought the Klein Karoo was sandy and rather arid, Richtersveld National Park really is as dry as bones, hinting at the desert in Namibia, just across the border and the Orange River. Here again, on second look, there is so much more plant life than initially appears. Between sand and rocks, cacti are in bloom as are little desert flowers where the water is seeping out of pipes. There are strange plants we’ve never seen before, such as the HalfMens trees, the quiver trees and Pearson’s Aloe. The colours of the rocks are a rainbow of reds, yellows, greens and lilacs with bands of dark minerals clearly visible.

Zunächst dachten wir Klein Karoo wäre bereits sandig und ziemlich trocken, aber Richtersveld National Park ist echt knochentrocken und gibt uns erste Hinweise für die noch bevorstehende Wüste in Namibia, nur einen Katzensprung von hier, auf der anderen Seite des Grenzflusses Orange. Und auch hier wieder, auf den zweiten Blick, gibt es so viel mehr Pflanzenleben als es zunächst erscheint. Zwischen Sand und Felsen blühen Kakteen und kleine Wüstenblümchen – wo Wasser aus Leitungen sickert. Es gibt eigenartige Pflanzen, die wir vorher noch nie zu Gesicht bekommen haben, z.B. den Halfmens Tree, den Köcherbaum und Pearson’s Aloe. Die Farben der Felsen sind ein Regenbogen aus Rot-, Gelb-, Grün- und Violetttönen und dunkle Streifen aus Mineralien sind deutlich erkennbar.

Earlier in the trip, the Wild Coast is the first time we start to feel like being in Africa. When you arrive at the seaside, looking remarkably like a Kent coastline, complete with chalk cliffs, only in green, it’s hard to believe that that a mere 100m inland Black Africa starts. Colourful, clay roundhouses (rondavel) are everywhere; there’s hardly a square, brick building in sight. The older ones with thatched roofs, newer with corrugated metal, all the better for collecting rainwater. The hills undulate gently and villages of perhaps 20 huts speckle a whole hill, or even two.  Here we feel none of the fear city inhabitants try to warn us of; we feel welcomed. Some look extremely perplexed to see us, it appears not too many tourists manage to totally lose their way, as we do in the myriad lanes, trying to reach project Bulungula Lodge. But frowns of confusion quickly turn to welcoming smiles and thumbs-up motions. This isolated backpackers sitting on virgin coastline is a showcase project of giving back to the community. In the Christmas edition focussing on “inspiration” of Cape Town’s The Big Issue, a magazine to support homeless and needy people, we also read an article by Gus Silber  with other examples of promising promoters.  If every wealthy resident of SA managed just one such empowerment project, the country could surely only be a better place?

We still, however, feel the racial segregation and see some of the 14 million hungry citizens we mentioned in our first blog post. At the crossroads in a small town, the adverts are for abortions for 150 ZAR (approx. 10 €) and there are more funeral parlours than corner shops: hardly a surprise in this country where the government ignored HIV & AIDS for years. President Mbeki for example, Mandela’s successor, held the view there was no link between HIV and AIDS and therefore blocked the provision of anti-retrovirals (appropriate drugs) in state hospitals, thereby contributing to over five million deaths from AIDS-related illnesses and leaving a million children orphaned.

Today, child mortality (under 5s) is more than 10 times higher than in Germany (40.5/1,000 as opposed to 3.2). “The image of Nelson Mandela walking out of prison after 27 years, in 1990, inspired us in South Africa and the world. We vowed to deliver a better life to our people. Twenty-two years later that image of hope is blurring and that noble legacy is in tatters because of the greed of a political class which mirrors its counterpart of the robber barons of our apartheid past,” wrote Jay Naidoo in the same Christmas Big Issue as Gus Silber, above. I found it interesting to note that the correct pronunciation of apartheid is apart-hate: This is not its meaning in Afrikaans, only the pronunciation, but have you every heard of anything more appropriate?

History, culture, society and their issues are never as clear-cut nor as black and white as I might make them seem, are they? We hear of the other side of the coin, too, of white friends being hounded out of their positions by political motivations and the need to fulfil quotas. It’s tough to be passed over for a job or promotion, knowing you have more experience and talent than the chosen candidate, just because you are White! What we can give you here are only the first impressions of fleeting tourists, but the moments we experience give us cause for discussion and reflection, not only for hours, but days and weeks.

Etwas früher auf unserer Tour haben wir beide an der „Wild Coast“ zum ersten Mal das Gefühl wirklich in Afrika angekommen zu sein. Als wir an der Küste ankommen, die der Südküste Englands überraschend ähnlich sieht – samt Kalklippen, allerdings nur in grün – kann man es kaum glauben, dass nur wenige hunderte Meter Inland das schwarze Afrika beginnt. Farbenfrohe Rundhäuser aus Lehm (Rondavel) stehen überall; es gibt fast keine rechteckigen Häuser aus Backstein. Die älteren von ihnen haben Reetdachbedeckung, die neueren haben Wellblechdächer, um die Regenwassergewinnung zu verbessern. Die Hügel verteilen sich in leichten Wellen über die gesamte Landschaft und die Dörfer bestehen vielleicht aus etwa 20 solcher Hütten die über 1-2 Hügel versprenkelt sind. Hier verspüren wir in keinster Weise die Angst, vor der uns die Einwohner der Städte gewarnt haben – wir fühlen uns willkommen. Einige der Leute sehen zunächst total überrascht aus uns hier zu sehen – es scheint so, als ob sich nicht viele Touristen in diese Gegend verirren – wie wir es getan haben in diesem ausgedehnten Wirrwarr von Feldwegen und in der Hoffnung das Projekt Bulungula Lodge an der Küste zu erreichen.

Aber die kurzzeitigen Fragezeichen in den Gesichtern der Bewohnern weichen schnell einem freundlichen Lächeln und „Daumen hoch“ Gesten. Die weit abgelegene Backpacker Lodge liegt direkt an der unberührten Küstelinie und ist ein Vorzeigeprojekt mit dem Ziel des „Zurückgebens an die Dorfgemeinschaft.“ In der Weihnachtsausgabe von Kapstadt’s „The Big Issue“ Magazins (eine Zeitschrift von und für die Unterstützung Obdachloser), in einem Artikel von Gus Silber unter der Premisse der „Inspiration“ beschrieben, werden einige weitere vielversprechende Projekte genannt. Wenn jeder wohlhabende Einwohner Südafrika’s nur eines solcher Mitverantwortungs-Projekte in Gang bringen würde, dann könnte das Land mit Sicherheit nur ein besserer Ort für alle Bewohner werden.

 

Wir spüren aber weiterhin die Trennung der Rassen and treffen auf einige der 14 Millionen hungernden Einwohner, die wir bereits in unserem ersten Blog Post erwähnten. An einer Kreuzung in einer kleinen Stadt sehen wir überall Werbung für Abtreibungsangebote ab 150 ZAR (etwa 10 Euro) und es gibt mehr Beerdigungsunternehmen als kleine Straßengeschäfte: keine wirkliche Überraschung in einem Land, in dem die Regierung HIV & AIDS jahrelang ignoriert hat. Präsident Mbeki zum Beispiel, Mandela’s Nachfolger, war der Meinung, dass es keine Verbindung zwischen dem HIV Virus und AIDS gibt und hat von daher die Bereitstellung von Anti-Retroviralen (entsprechenden Medikamenten) in Krankenhäusern blockiert und hat damit dazu beigetragen, dass über 5 Millionen Menschen an durch AIDS entstandenen Erkrankungen gestorben sind und 1 Millionen Waisenkinder hinterblieben.

Die Kindersterblichkeitsrate (unter 5 jährige) liegt etwa 13mal so hoch wie in Deutschland (40,5 von 1000 im Gegensatz zu 3,2).

„Das Bild von Nelson Mandela, als er 1990 nach 27 Jahren Haft entlassen wurde, hat uns in Südafrika und viele in der Welt inspiriert. Wir gelobten ein besseres Leben für unser Volk zu liefern. Zweiundzwanzig Jahre später ist dieses Bild der Hoffnung verschwommen und dieses noble Erbe liegt in Fetzen, denn die Habgier der politischen Klasse heute spiegelt nun das gleiche Verhalten der Räuberbarone aus unserer Apartheids-Vergangenheit wieder“ – schrieb Jay Naidoo in der gleichen Weihnachtsausgabe des „The Big Issue“, siehe oben.

Ich fand es interessant herauszufinden, dass die korrekte Aussprache des Wortes Apartheid, im Englischen betont wie apart-hate ist: dies ist zwar nicht die Bedeutung auf Afrikaans, sondern nur die Betonung, aber habt ihr jemals etwas Zutreffenderes gehört?

Geschichte, Kultur, Gesellschaft und ihre Probleme sind niemals so klar geschnitten, oder so Schwarz-Weiß wie ich sie hier vielleicht erscheinen lasse, oder? Wir treffen auch auf die andere Seite der Medaille, hören von weißen Freunden die aus ihrer berufliche Position auf übelste Art herausgedrückt wurden – nur aus politischer Motivation und um Quoten zu erreichen. Es ist hart eine neue Stelle oder eine anstehende Beförderung nicht zu bekommen, obwohl man weiß, dass man mehr Erfahrung und Talent hat als der ausgewählte Kandidat – und das alles nur weil man Weiss ist!

Was wir Euch hier nur geben können sind erste Eindrücke von Durchreisenden, aber die Momente die wir hier erlebt haben geben uns viele Gründe für Diskussionen und Reflektionen – nicht nur für Stunden, sondern für Tage und Wochen.

Often it’s the people that make the difference from great to fantastic. From entertaining evenings with lovely travellers spent in a couple of Backpackers’ and a conversation with a German Couple at Sentinel car park, all people we hope to see again, to reunions with old and older friends: Yannick & Robin, 3 years after we last saw them in Myanmar, now living in Jo’burg; Michelle and her new family, maybe 5 years after working with her in London and San Francisco, now in Durban; Anja and her family, a whole 25 years since she and Jens last partied in Essen or was it Flensburg or Heide (?!), now also in Durban and living only 500m from Michelle! While travel is all about discovery of your personal unknown, sharing your time with such people gives you the enthusiasm to continue.

Oftmals sind es die Begegnungen mit Menschen, die für uns den Unterschied machen – ob etwas gut oder fantastisch war. Angefangen mit unterhaltsamen Abenden mit super netten Reisenden in ein paar Backpackerhotels, dann eine längere Unterhaltung mit einem deutschen Paar auf dem Sentinal Parkplatz – alles Leute die wir hoffen wiederzusehen. Dann Wiedertreffen mit alten und noch älteren Freunden: Yannick & Robin, 3 Jahre nachdem wir gemeinsam durch Myanmar gereist sind, leben jetzt in Jo’burg; Michelle und ihre Familie, vielleicht 5 Jahre nachdem ich mit ihr in London und San Francisco gearbeitet habe, lebt jetzt in Durban; Anja und ihre Familie, sage und schreibe 25 Jahre seit sie zuletzt mit Jens in Essen gefeiert hat – oder war es in Flensburg oder Heide(?!), sie lebt jetzt auch in Durban und nur etwa 500 Meter entfernt von Michelle!

Während es beim Reisen in erster Linie um die Entdeckung deiner persönlichen Unbekannten geht, geben dir die Begegnungen mit solchen Menschen und Freunden den Enthusiasmus weiter zu machen.

 

Somewhat out of sync: some more photos from around the Cederberg area.

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6 thoughts on “Taking a closer look at South Africa

  1. “Cry, the Beloved Country” Alan Paton 1948 – will re-read, probably still relevant today. Thanks Helen & Jens – this brings memories of our recent trip. But what a fabulous country – it has everything: stunning scenery, lovely people and wonderful produce/food/wine.

    Liked by 1 person

    1. Oh yes, I must try to read that, too.

      One of my defining moments for realising that not everything the Establishment does is right, or for finding out what apartheid might mean for ‘the other side’ was seeing ‘Cry Freedom’ by Richard Attenborough at my first year at Uni. From that point on, I knew you always have to question what you are told and what you read.
      Donald Woods, the journalist, went to amazing extents to reveal the truth.
      And Peter Gabriel’s song, ‘Biko’ still sends shivers down my spine, for reminding me of the greatness of some human beings, in fighting for equality.

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  2. Zum ersten mal bin ich etwas eifersüchtig, habe ich doch irgendwann mal ein Stück meines Herzens in Afrika gelassen. Verlasst den Kontinent bitte nicht bevor ihr das Okavango Delta besucht habt. Dort ist das Paradies, und man muss nicht sterben um hinzugelangen…..Ganz liebe Grüße

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    1. Wir fahren auf jeden Fall hin, danke!!
      Entweder in 2 Wochen oder in 5, je nachdem, ob wir zuerst nach Mosambik fahren, um die Osterferien in Botswana zu vermeiden. Lass dich überraschen! Liebe Grüße aus Namibia!

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