Thrilling moments in the deserts of Iran

blog-8-jpgClay villages and towns along the centuries-old trading route between Turkey, the Indian sub-continent and China form a chain along the edge of the desert. With high wind towers and soft-edged, rounded walls, as a tourist you often feel like you are stepping into a tale from The Arabian Nights. Winding your way through picturesque, decaying caravanserais, through the old quarters of Yazd or the citadel of Rayen, you’re in a film set of ochre and burnt umber, narrow lanes emanating a thick heat from the sandy clay-and-straw-mixed walls. Enhanced by the dying embers of the sun, we peek into a time gone by, with rooms left and right, small steps up and down, a higgledy-piggledy jumble of space.

Lehmdörfer und –städte, aufgereiht an den Jahrhunderte alten Handelswegen zwischen der Türkei, Indien und China bilden eine sehenswerte Kette am Rande der iranischen Wüste. Mit den hohen Windtürmen und den weichkantigen, abgerundeten Mauern fühlt man sich als Tourist in eine der Geschichten von „1001 Nacht“ zurückversetzt. Folgt man den schmalen und pittoresken Gassen der zerfallenden Karavansereien oder der Altstadt von Yazd oder der Festung von Rayen – fühlt man sich wie auf einem Filmset – umgebenden von Ocker und gebrannten Umbra Farbtönen. Die hohen Wände aus Lehm und Stroh spenden zwar Schatten, jedoch die erbarmungslose Hitze staut sich trotz alledem in den verwundenen Gassen. Unterstützt von dem verglimmenden Glühen der Sonne, erfahren wir kurze Einblicke in längst vergangen Zeiten, mit unzähligen Räumen rechts und links, kleinen Stufen noch oben und unten – ein Drunter und Drüber von Lebensräumen.

Pleeeease click on the first photo in each set and click through each album in large format: MUCH better!

Biiiittte, klick immer auf das erste Foto in jeder Sektion, um alles in voller Größe sehen zu können: das ist viiiel besser!

In Kashan, the two old merchants’ houses, now open to visitors, have been superbly restored to an almost former glory. An underground floor, doorless and with a wide and open stairways up to the ground floor, serves as living quarters for the elderly in the summer, wide vents like chimneys built up through the stories to the roof, where tall wind towers with elegant slat-like openings catch any occasional breeze and funnel it into the house, and you literally gasp, close your eyes and breathe, as you feel the air enter these otherwise stillest of places. Inner courtyards with pools and trees help humidify and cool the air and open corridors encourage its circulation. In the smartest of the houses, the stucco work is fabulously detailed, delicate and ornamental: certainly a well-off family lived here. The city hamam, or bathhouse, is entirely underground and has not only wind towers but also turrets of glass for light. We wonder if Gaudi ever visited here…?

Die zwei besonders schön restaurierten Händlervillen in Kashan zeigen ihre fast volle alte Pracht. Ein unterirdisches Kellergeschoss ohne Türen und mit einem breiten und offenen Treppenaufgang zum Erdgeschoss diente der älteren Generation der Familie als Lebensbereich im Sommer, breite Ventilationsschächte ziehen sich vertikal durch das gesamte Haus bis über das Dach und enden in großen Windtürmen verziert mit eleganten, lamellenartigen Öffnungen, die dazu dienen vereinzelte leichte Windbewegungen über den Dächern der Stadt einzufangen und tief in das Innere des Hauses zu verteilen – und wir atmen im wahrsten Sinne des Wortes auf, schließen die Augen und spüren wie die Luft die ansonsten so besonders ruhigen Räume durchströmt. Innenhöfe mit einer Vielzahl an Wasserbecken und Bäumen, die dabei helfen die Luft zu befeuchten und somit zu kühlen; die vielen Gänge helfen bei ihrer Zirkulation. In dem schicksten der Häuser sind die Stuckarbeiten wirklich unglaublich detailliert, filigran und ornamental – hier wohnte sicherlich eine sehr wohl situierte Familie. Das Hamam oder Badehaus der Stadt liegt vollständig unterirdisch und hat nicht nur Windtürme, sondern auch kleine Kuppeln mit rundem Glas besetzt, die das Tageslicht in die unzähligen Räume strömen lassen. Wir fragen uns, ob Gaudi jemals hier zu Besuch war…?

In these hot and dry settlements, here more than anywhere else, you understand why parks and gardens might be a spiritual necessity but certainly a physical luxury, making them Paradise on Earth. If you’re not rich enough to have a tree, a pond or a garden, you go to the park. And there we continue to meet holidaying locals and talk to young people, very interested in a cultural exchange. When we’re not in a park, then we really are out in the desert and spend many evenings under starlit skies on crunchy, baked salt and sand, completely alone with ourselves.

Insbesondere in diesen heißen und trockenen Siedlungen wird einem klar, warum die Parkanlagen und Gärten vielleicht sogar von spiritueller Notwendigkeit sind – mit Sicherheit aber ein physischer Luxus – das Paradies auf Erden. Falls Du nicht reich genug bist, um dir einen eigenen Baum, Teich oder Garten zu leisten, dann gehst Du eben in den Park. Und hier treffen wir wieder auf lokale Urlauber und reden mit den jungen Leuten, die sehr an einem kulturellen Austausch interessiert sind. Wenn wir uns nicht gerade in einem dieser Parks befinden, dann sind wir wirklich draußen in der Wüste und verbringen viele Abende unter dem sternenbeleuchteten Himmel und auf knusprig gebackenem Sand und Salz – völlig allein mit uns selbst.

We pass heavily-guarded nuclear enrichment facilities; castles, many eroding into piles of dust, dotted along the mountain-sides; countless, abandoned caravanserais and some oases: orchards of fresh, red, juicy-looking pomegranates, just waiting to be picked.

Wir fahren an schwer bewachten Urananreicherungsanlagen vorbei und an alten Burgen, die langsam zu Staubhaufen erodieren und an den Hängen der Berge aufgereiht sind. Unzählige Karavansereien und Oasen – Granatapfelbäume haben hier in der Regel ihr Zuhause und die frischen, roten, saftig aussehenden Früchte warten nur darauf gepflückt zu werden.

We learn about Zoroaster and his Persian-Babylonian teachings from the 2nd or 1st century BC , leading to “Zoroastrianism“, a predecessor to Islam, with its three basic tenets of Good Thoughts – Good Words – Good Deeds and its fire worship: the main temple in Yazd houses the Eternal Flame, the “mother” of all other Zoroastrian religious fires in Iran, with a resident priest to ensure the logs burn 24/7. In Chak Chak (engl. “DripDrip”), nearby, there’s one of these offspring fires, along with dripping water from a rock face and a holy tree said to have swallowed up a fleeing lady, to save her from captivity and death from bandits: it’s the tree’s tears of grief the mountain is shedding. It’s actually not a massively interesting place in itself, but a good starting point for a nice drive out into the desert.

Wir lernen einige Details über Zarathustra und die von ihm im 2. oder 1. Jahrtausend vor Christus gelehrte persisch-medische beziehungsweise iranische Religion des Zoroastrismus. Diese steht auf den drei Hauptsäulen Gute Gedanken – Gute Worte – Gute Taten und die Anbetung des Feuer ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil. Der Haupttempel in Yazd beherbergt die Ewige Flamme, die „Mutter“ aller zoroastrischen religiösen Feuer im Iran und der ansässige Priester stellt sicher, dass die Holzscheite permanent nachgelegt werden und brennen. In Chak Chak (zu Deutsch: Tropf-Tropf) ist eines der Ableger dieses Feuers zu finden, zusammen mit dem tropfendem Wasser einer Felswand und einem heiligen Baum, der laut einer Erzählung eine flüchtende Frau verschlungen haben soll, um sie vor Entführung und Tod durch Banditen zu beschützten: Es sind die Tränen der Trauer des Baumes, die der Berg freigibt. Es ist eigentlich kein besonders interessanter Ort, aber ein guter Startpunkt für eine ausgiebige Fahrt durch die Wüste.

In Abyaneh, close to Kashan, current believers are immediately apparent in their clothing: no black, no chador, but light and colourful skirts and headscarves. Another mud walled village, it’s famous for its special intense red clay, more unusual architecture, shuttered windows and the unique dialect of the Zoroastrian inhabitants. Renowned across the country, it’s not only foreigners who come to visit.

In Abyaneh, in der Nähe von Kashan, erkennt man die aktuellen Gläubigen sofort an ihrer ungewöhnlichen Kleidung: kein Schwarz, kein Chador – sondern leichte und farbenfrohe Röcke und Kopftücher. Es ist ein weiteres Dorf mit Lehmmauern und es ist insbesondere auch bekannt für die intensive rote Tönung der Gebäude und ihre außergewöhnliche Architektur mit vielen Fensterläden und dem speziellen Dialekt der zoroastrischen Einwohner. Der Bekanntheitsgrad reicht über das gesamte Land und es sind nicht nur ausländische Besucher, die hier her kommen.

Yazd, the most elegant of all the desert towns, with slender minarets and lianas (vaulted portals) and plenty of rooftops for gazing across the ocean of clay structures:

Yazd ist wohl die eleganteste von all diesen Wüstenstädten, mit schlanken Minaretten die direkt auf den Liwanen (Einganstore zu den Moscheen) stehen und unzähligen Dachterrassen, die dazu einladen ausgiebige Blicke über ein Meer von Lehmgebäuden schweifen zu lassen.

At the edge of the line marked by the British Foreign Office as an area to avoid, at the beginning of the Lut Desert, dividing Iran from Afghanistan, sheltering smugglers and presumably bandits, and seemingly the place to bury landmines, we decide on an excursion by ourselves to the Kalouts : bizarre ‘chimneys’ and other formations created by sand, wind and water. The Lut reaches humidity levels of only 3-5%, making it one of the driest areas on earth. To get there from Kerman you take the road over a high pass, across the higher mountains, then down, down, down into the oven.

We have a suggested beginner track to follow from Pistenkuh, long-term travellers, well-known on the German-speaking Overlander circuit, so we’re not too worried about getting lost, or hitting landmines and we’re not that far from the road – maybe 8 or 10km, if you can walk in a straight line, with only a sandy horizon for orientation. Arriving at 4pm, our instruments show 57°C: we’re already baking in said oven. We piddle around a bit trying to find the right heading, come up against a man made sand barrier, wondering whether to go over or around. We walk around a bit and look for and at other tracks. With nothing except wind erosion and mostly firm sand, baked-in tracks might have been there for months, so it’s not easy to work out where the latest people may have driven.

We find our way around, not over, and head into the beginning of the Kalouts and come to rest behind one outcrop that we can climb up to watch the sunset if we want, but will provide us with much needed shade in the early morning.

Jens tests the new drone and I go for a walk to see if we are in the right valley, or should be in a parallel one deeper into the Kalouts. The crunchy topping on the sand crumbles loudly underfoot and the sun blazes down on my bare arms (I’m taking advantage of being surrounded by no Muslims requiring head and skin coverage). After 15 minutes I can’t hear the drone any more, in fact nothing at all. I’m behind the first hills and heading for the next ones and realise the sun is sinking quickly: time to turn back after taking some photos of the tracks. I realise I should have take photos of behind me while I was walking up, as going in the other direction, the panorama looks totally different: I’m not entirely sure which is the right direction or which of these mounds is ours. Fortunately, like Ariadne’s thread, my footprints show up much like in snow and I just need to retrace them.

Next day we set off again and follow the valleys on the edge of the Kalouts further north. We’re happily coasting along, at times through soft sand, otherwise compacted, when we see a souped-up black Land Rover coming towards us. At first we’re not sure what to expect: military, bandits or tourists, but it’s the latter and we both curve around, like dogs sniffing each other out, before we come to rest next to each other to talk. We exchange a few moments of pleasantries (the Frenchman and his Iranian partner have “done” Africa at least twice in their own vehicle and want to start on a Silk Road trip similar to ours) and we’re all ready to continue in opposite directions. It’s then the local guide and driver speaks for the first time to double-check,

“You know this area is mined and you have to be very careful?!”

Yes, yes, we know; we don’t intend to go too far in, we know people are here regularly and we try to follow existing tracks where possible.

Then someone has the “bright idea” of suggesting we follow their tracks: their starting point was pretty much where we would like to end. Good idea!

Off we set again and are quickly into Sahara Desert style soft sand and rolling hills: Lawrence of Arabia is just around the corner, I’m sure.

Jens accelerates more and more, but the sand is thickening and deepening. Following their tracks, reminds me of Viv and I in the Gobi, shouting directions, with Jens not wanting to dig us to a stop by braking or looking anywhere other than straight ahead. Bruce’s back end keeps wanting to come around to the side as we drive along the side of an increasingly steep sand dune and it’s hard for Jens to maintain either speed or direction as we drift around. Four-fifths up a slope, suddenly an n-shaped, 10-metre deep depression appears before us. Ahead and enclosing the hollow is a 30m-high, vertical, sand wall, with the car tracks hurtling down like the sides of a rung-less ladder! Immediately know we’re trapped and there’s no way out to the north, even if Bruce is the greatest!

Jens’s foot jumps off the accelerator and we grind silently to a halt on an impressively steep slant. We have to review the situation on foot, adrenalin screaming through our veins. It dawns on Jens that the guide was obviously trying to provide his crew with a fun and risky-looking trip and was taking a more meandering, deeper sand route than we would have done ourselves. He was also travelling in the other direction: where he could roll down a hillside, we had to struggle with traction and velocity. Under the searing midday sun, we reduced the tyre pressure to the minimum; the only way out of this corner was a new route south, there aren’t any tracks to follow this way but we decide on a course down into the hollow and to turn around, right at the foot of the huge dune. This way we hope to gain most momentum to escape this trap at full power and speed. No sooner said than done, both differential locks engaged and we’re off! We pick our way out of the gully and Jens fights a bit more with the sand and gradient, but with a little “ta-ra” at the summit, we’re out and back on our way, on more compacted ground again – Wow! Another exciting day in the life of living in Bruce!

Direkt am Rande der berüchtigten Linie, die das Auswärtige Amt als zu vermeidende Zone bezeichnet und den Anfang der Lut-Wüste Richtung Osten markiert und die wiederum den Iran von Afghanistan trennt und somit ein Versteck für Schmuggler und vermutlich Banditen bietet und scheinbar der Ort ist um Landminen zu vergraben, entscheiden wir uns für einen alleinigen Ausflug zu den Kalouts – bizarre „Kamine“ und andere Formationen, die sich durch Sand, Wind und Wasser gebildet haben. Die Lut-Wüste erreicht Luftfeuchtigkeitswerte von nur 3-5% und ist somit eines der trockensten Gebiete auf der Erde. Um von Kerman hierher zu gelangen, fahren wir über einen hohen Bergpass auf die östliche Seite einer Gebirgskette und dann weiter und weiter und weiter hinab in den Glutofen.

Uns steht eine von der Pistenkuh (Langzeit-Reisende, die gut bekannt sind in den deutschsprachigen Overlanderkreisen) vorgeschlagene Route zu Verfügung, von daher machen wir uns nicht zu große Sorgen uns zu verirren oder auf Landminen zu stoßen und wir sind nicht allzu weit von der Straße entfernt – vielleicht 8-10km, falls man es schaffen würde in einer geraden Linie zu gehen mit einem Horizont der nur aus Sandwüste besteht. Als wir gegen 16:00 eintreffen, zeigt unsere Außentemperaturanzeige 57°C: wir braten also bereits in dem erwähnten Ofen. Wir fahren vorsichtig ein wenig umher um die richtige Richtung auszumachen und treffen zunächst auf eine von Menschen errichtete Absperrungsmauer aus Sand und wir fragen uns ob wir oben drüber oder außen herum fahren sollen. Wir gehen einwenig umher um nach anderen Reifenspuren zu suchen. Mit nichts weiterem als Winderosion und meist festem Sand, könnten einige dieser Spuren bereits vor Monaten in den Sand gedrückt worden sein und so ist es recht schwierig zu erahnen wo wohl die letzten Fahrzeuge lang gefahren sind.

 

Wir entscheiden uns für den Weg um (und nicht über) die Mauer herum und fahren direkt in Richtung der Anfänge der Kalouts und halten schließlich hinter einer dieser Erhebungen, die es uns ermöglicht hinaufzuklettern, falls wir Lust haben den Sonnenuntergang zu verfolgen, und uns am frühen Morgen mit dem notwendigen Schatten versorgen kann.

Jens testet Luftaufnahmen mit der neuen Drone und ich mache einen Spaziergang um festzustellen, ob wir uns in dem richtigen Tal befinden oder ob wir ein oder zwei Täler weiter im Inneren der Kalouts sein sollten. Die knackende Kruste auf dem Sand zerbröselt laut unter meinen Füßen und die Sonne brennt auf meine unbedeckten Arme (ich mache es mir natürlich zum Vorteil, das wir hier von keinen Muslimen umgeben sind, die eine vollständige Bedeckung von Kopf und Körper einfordern könnten). Nach etwa 15 Minuten kann ich die Drone nicht mehr hören – ich höre eigentlich überhaupt keine Geräusche mehr. Ich befinde mich hinter der ersten Reihe von Hügeln und gehe in Richtung der nächsten, als mir klar wird, dass die Sonne sehr schnell untergeht – es wird Zeit umzudrehen. Ich mache noch kurz ein paar weitere Fotos von der Umgebung und den Reifenspuren im Sand und als ich mich umdrehe wird mir klar, dass ich auf dem Weg hierher auch ein paar Fotos von der entgegen gesetzten Seite hätte machen sollen, denn das Panorama sieht hier völlig anders aus. Ich bin mir nicht ganz sicher in welche Richtung ich gehen muss und welcher dieser Hügel der Unsrige ist. Glücklicherweise zeigen sich meine Fußabdrücke im Sand wie sie es auch im Schnee tun würden – Ariadnes Faden.

Am nächsten Tag machen wir uns wieder Richtung Norden auf und folgen den äußeren Tälern am Rande der Kalouts. Wir cruisen so gücklich durch die Gegend, teils durch weichen, teils über harten Sand, als uns auf einmal ein aufgemotzter schwarzer Land Rover Defender entgegenkommt. Erst sind wir uns nicht sicher was uns erwartet: Militär, Banditen oder Touristen – aber es handelt sich um Letztere und beide Fahrzeuge drehen sich zueinander wie Hunde die sich beschnüffeln wollen und wir halten schließlich direkt nebeneinander um miteinander zu reden. Wir tauschen zunächst ein paar Höflichkeiten aus (der Franzose mit seiner Iranischen Freundin haben Afrika bereits mindestens zweimal mit ihrem eigenen Fahrzeug „gemacht“ und sie wollen bald eine ähnliche Silk Road Route fahren, wie wir es getan haben. Als wir schließlich wieder bereit sind in gegensätzlicher Richtung weiter zu fahren, ist es schließlich Ihr iranischer Guide und Fahrer, der uns zum ersten Mal selbst anspricht und kurz unterbricht – um ganz sicher zu gehen:

„Ihr wisst aber, das diese Gegend vermint ist und dass Ihr sehr vorsichtig sein müsst, oder?!“

Ja, Ja, wir wissen Bescheid; wir haben nicht vor weit hinein zu fahren und wir wissen, dass Leute hier regelmäßig durchfahren und wir versuchen möglichst vorhandenen Reifenspuren zu folgen.

Dann hat jemand die „glorreiche Idee“, wir könnten doch ihren Spuren folgen – ihr Anfangspunkt war ziemlich genau dort, wo wir hin wollen. Gute Idee!

 

So fahren wir also los und nach kurzer Zeit sind wir auf einmal in weichem Sand und umgeben von Dünen wie in der Sahara: Laurence von Arabien hängt hier bestimmt irgendwo rum, ganz sicher!

Jens gibt mehr und mehr Gas, aber der Sand wird immer weicher und weicher. Während wir weiter der Spur folgen, erinnere ich mich an unsere Zeit in der Gobi Wüste in der Mongolei, als Vivienne und ich schreiend Richtungsanweisungen gaben, während Jens versuchte die recht hohe Geschwindigkeit beizubehalten, möglichst geradeaus zu fahren und nicht zu bremsen, damit Bruce sich nicht eingräbt und hängen bleibt.

Während wir an einer immer steiler seitlich abfallenden Kante einer Sanddüne entlang fahren, fängt die Hinterachse von Bruce an mehr und mehr seitlich auszubrechen und Jens hat alle Mühe die Geschwindigkeit und Richtung während dieses Driftens beizubehalten. Wir haben es fast geschafft, da tut sich plötzlich vor uns ein n-förmiger und ca. 10 Meter tiefer Graben auf – gegenüber und rundherum steht eine ca. 30 Meter hohe Wand von Sand – die Spuren führen fast senkrecht die Wand hoch! Uns wird sofort klar – wir stecken in der Falle und es gibt keinen Ausweg in nördlicher Richtung – auch wenn Bruce der Größte ist.

Jens nimmt den Fuß vom Gas und Bruce kommt sofort zum Stillstand – in beeindruckender Schräglage. Wir müssen uns die Situation erstmal genauer ansehen und steigen aus – vollgepumpt mit Adrenalin.

Nun wurde es offensichtlich: der Fahrer des Land Rovers wollte seinen Kunden eher eine Spaß geladene und mit etwas Risiko gewürzte Tour zeigen – er hatte sich für eine weitaus mehr mäandernde Route und viel weicheren Sand entschieden, als wir es getan hätten. Außerdem war er natürlich in der entgegengesetzte Richtung unterwegs und konnte es sich leisten steile Abhänge runter zu rollen – während wir dabei natürlich Traktions- und Geschwindigkeitsprobleme bekamen.

Bei sengender Mittagshitze reduzierten wir den Reifendruck zum absoluten Minimum. Der einzige Weg raus aus dieser Ecke war einen neuen Weg zurück Richtung Süden einzuschlagen – es gab keine Spuren in diese Richtung und wir entschieden uns schließlich erst runter in den Graben und direkt an den Fuss der großen Düne gegenüber zu fahren und dann umzudrehen. Die Idee war auf dem kurzen flachen Stück möglichst viel Schwung zu holen und mit aller Kraft und Geschwindigkeit wieder aus der Falle zu kommen. Gesagt, getan – alle Differenzialsperren rein und ab die Post! Jens kämpft etwas mehr mit dem Sand und der Steigung – aber mit einem kleinen Ta-Ra schaffen wir es zum Gipfel – wir sind raus, zurück auf unserer geplanten Route und wieder auf festerem Grund – Wow!

Ein weiterer spannender Tag im gemeinsamen Leben mit Bruce!

 

 

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8 thoughts on “Thrilling moments in the deserts of Iran

  1. Wieder ein super Bericht…wünsche Euch weiterhin viel Spaß, ganz viel Glück und einen gesunden Respekt vor unnötig großen Gefahren.
    Für Euch wahrscheinlich z.Z. unvorstellbar: Komme gerade vom Snowboarden bei -3 Grad und 50cm Schnee. Hätte es jetzt gerne ETWAS wärmer.
    LG aus Winterberg,
    Henning

    Liked by 1 person

  2. Exciting trip. Exciting to read. I go brush the sand off and relax in the snow. Take care of yourselves and enjoy easier to travel magical South Africa 🐘

    Liked by 2 people

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